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Bedeutung des Klimaschutzes

„Wir müssen den Klimaschutz mindestens für die nächsten dreißig Jahre zu einem Hauptthema der politischen Agenda machen.“

Anders Levermann
Professor für die Dynamik des Klimasystems an der Universität Potsdam und Leitautor des Weltklimarats IPCC, im August 2019


Die hier zitierte Notwendigkeit, sich mit dem Thema Klimaschutz zu beschäftigen, ist nicht erst seit 2019 gegeben. Im Gegenteil: Erste Berechnungen zu den Folgen einer CO2-Verdopplung in der Atmosphäre wurden bereits im Jahr 1896 (!) durch den späteren schwedischen Nobelpreisträger Arrhenius durchgeführt.

Die Physik rund um das Thema Energiebilanz der Erde war also bereits Ende des 19. Jahrhunderts vollständig verstanden.

Das Thema wurde aber zunächst nicht sonderlich intensiv weiterverfolgt, sodass erst 1965, also mehr als ein halbes Jahrhundert später, ein erster politischer Sachstandsbericht veröffentlicht wurde, in dem vor den Folgen der globalen Erwärmung durch die Nutzung fossiler Brennstoffe, dem Abschmelzen der Polkappen und dem Meeresspiegelanstieg, gewarnt wird. Man erkannte damals bereits, dass der Mensch ein enormes und hochgefährliches geophysisches Experiment durchführte, indem er innerhalb weniger Generationen die gesamten fossilen Brennstoffe, die sich im Laufe der letzten 500 Millionen Jahre in der Erde angesammelt haben, verbrennt. Es folgten unzählige weitere Publikationen, die jedoch größtenteils lange ignoriert wurden und politische Entscheidungen, die dazu beigetragen haben, dass wir uns inzwischen im dunkelroten Bereich der sogenannten „Warming Stripes“ befinden (siehe folgende Abbildung).

Jeder Strich der Warming Stripes zeigt die jährliche Abweichung zur globalen Durchschnittstemperatur zwischen 1850 und 2018. Jahre, die kälter als der langjährige Durchschnitt waren, sind in Blautönen dargestellt, Jahre, die wärmer waren, in rot. Je dunkler der Farbton, desto kälter bzw. wärmer waren diese Jahre im Vergleich zum Durchschnitt.

Die Vereinten Nationen (UN) warnen heute mehr denn je davor, dass die aktuell stattfindenden weltweiten Klimaschutzmaßnahmen bei weitem nicht ausreichen, um das im Pariser Abkommen angestrebte Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5°C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, erreichen zu können.

Wenn weiter so gelebt werden würde wie derzeit, ist sogar mit einem Temperaturanstieg von 3,9°C oder mehr bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zu rechnen.

Aufgrund dessen ist der Klimaschutz zu einer der größten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts geworden und erfährt inzwischen ein gigantisches Medienecho. Bis zum Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat man fast täglich über das Thema in den Zeitungen lesen können, ständig liefen Debatten zum Klimawandel und -schutz im Fernsehen. Durch das Coronavirus ist all das in der jüngeren Vergangenheit ein wenig in den Hintergrund gerückt. Das Erreichen der Klimaschutzziele jedoch hat nach wie vor höchste Priorität. Nicht zuletzt durch die mittlerweile auch in Deutschland spürbaren klimatischen Veränderungen wird deutlich, dass uns die Zeit davon rennt und ein radikaler Wandel, ähnlich dem jüngst aufgrund des Virus vollzogenem, notwendig ist. Denn eines ist klar: Es wird, im Gegensatz zum Coronavirus, niemals einen Impfstoff gegen den Klimawandel geben. Deshalb sind wir alle in der Bringschuld und deshalb muss und möchte auch die Stadt Plön ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderte Integrierte Klimaschutzkonzept wird den Fahrplan bis 2050 vorgeben.


Es gilt so schnell wie möglich zu handeln und die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung, die bundesweiten Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um mehr als 80% zu senken, zu unterstützen.


Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann Klimaschutz gelingen. Kommunen wie Plön mit eingeschlossen. Und deshalb heißt es ab sofort: „Plön schlägt Klimawellen“…