Inhalt

Klimafolgenanpassung - Starkregenereignis

Bereits 2022 befasste sich die Stadtverwaltung Plön im Bereich Klimaschutzmanagement mit der Frage, wie Kommunen Vorsorge treffen können gegenüber Starkregenereignissen. Es ist anzunehmen, dass diese durch die Folgen des Klimawandels vermehrt auftreten. Um die Frage der Vorsorge zu beantworten wurde in dem Projekt AKTIV bei Starkregen für die Stadt ermittelt, welche potenziellen Ereignisse zu erwarten sind. Auf diesem Wege entstanden sogenannte Senken- und Fließwegekarten. Diese liegen flächendeckend für Plön vor und sind unter Dokumente "Fließwege und anderes" abrufbar; sie stellen die möglichen Folgen eines Starkregenereignisses dar.

Grundlage der Senken- und Fließwegekarte:

Da die Geländebeschaffenheit eines Gebietes (Relief, Bebauung) der maßgebliche Faktor für die Bildung von Abflusswegen und Senken ist, bilden digitale Geländedaten die Grundlage der räumlichen Analyse mithilfe eines Geoinformationssystems (GIS). Für die Analyse auf der Ebene einer Gemeinde bildet ein digitales Geländemodell (DGM) eine geeignete Grundlage. Auf Landesebene liegt hierfür ein DGM mit einer Rastergröße von 1x1 Meter vor (DGM 1), dass in der Höhe eine Genauigkeit von ca. 15 cm aufweist. Dieser Datensatz kann um ALKIS-Gebäudedaten ergänzt werden, um bereits in der Modellierung die existierende Bebauung zu berücksichtigen. Auf dieser Datengrundlage wurden die Senken und Fließwege analysiert. In der Modellierung wird dabei von einer Vollversiegelung der Oberflächen ausgegangen; die vorhandene Kanalisation wird nicht berücksichtigt.

Interpretation der Senken- und Fließwegekarte

Die Karte stellt eine geeignete Grundlage für die kleinräumige Identifikation von möglicherweise im Starkregenfall betroffenen Räumen in einer Gemeinde dar. Dargestellt sind die Abflusswege des Regenwassers sowie Senken, in denen sich das Wasser bei einem Starkregenereignis möglicherweise sammelt. Die Abflusswege sind in verschiedenen Stärken angegeben (fein, mittel, grob): So speisen kleinere Fließwege (fein) die größeren (mittel und groß) und münden in Plön häufig in einem See. So kann die Fließrichtung in der Karte bestimmt werden. Diese ist dahingehend wichtig, da vor allem diejenigen Senken problematisch sind, die einen Wasserzufluss, jedoch keinen -abfluss besitzen, sodass sich das Wasser dort sammeln kann.

Bei der Interpretation der Karte ist es wichtig zu berücksichtigen, dass diese auf vereinfachten Annahmen (Auflösung des DGM, Nicht-Berücksichtigung der Kanalisation) beruht. Die in dieser Art modellierten Senken und Fließwege geben daher nur erste Hinweise, um möglicherweise im Starkregenfall betroffene Räume zu identifizieren und räumliche Zusammenhänge zu verstehen. Es handelt sich nicht um hydraulische Berechnungen, sondern um topografische. Die vorliegenden Ergebnisse wurden in Gesprächen mit dem Baubetriebshof verifiziert.

Bedeutung für Plön

Es wurden fünf Bereiche ermittelt, in denen größere Senken entstehen könnten. Diese stellen jedoch keine akute Gefährdung dar, da die betroffenen Flächen unbebaut sind.

  • im Norden (Behler Weg), aktuell Grünfläche
  • B430, westlich von der Kreuzung B430/B76 und Lütjenburger Straße, aktuell Grünfläche
  • Nördlich Wohngebiet im Osten (nördlich Steinbergweg)
  • Bei Missionsweg (Offiziersheim), aktuell Grünfläche
  • Südlich Vierhusen, östlich Stadtheide, beides Grünflächen

Durch Betrachtung dieser Bereiche und auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Daten können daher folgende drei Ergebnisse abgeleitet werden:

  1. Bereiche, die in Plön von Starkregenereignissen betroffen sein könnten sind aktuell unbebaut
  2. Es ist auf Grundlage dieser zur Verfügung stehenden Daten und Untersuchungen daher keine offensichtliche Betroffenheit zu erkennen
  3. Im Bereich der Senken sollte keine Versiegelung stattfinden