Herr Manfred Groeneveld, Heidbleken, erkundigt sich nach dem Fortgang der beiden großen Bauprojekte Seewiesen und Gerberhof.
Bürgervorsteher Krüger beschreibt den derzeitigen Stand der der Planung für den Bereich zwischen Gänsemarkt, Lübecker Straße und Am Schwanensee. Ein Aufstel-lungs- und Auslegungsbeschluss ist in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres gefasst worden. Im Verlauf der Auslegung hat es einige Stellungnahmen gegeben, die in den Bebauungsplan einzuarbeiten sind. Danach ist der B – Plan erneut auszulegen. Bis Mitte des Jahres 2016, so das Ziel, soll die Bebauungsplansatzung in Kraft getreten sein. Damit werden die Voraussetzungen für einen Baubeginn geschaffen sein.
Das gemeinsame Seewiesenprojekt mit der Gemeinde Rathjensdorf hat sich bekann-termaßen von seiner ursprünglichen Ausrichtung entfernt, so dass eine Umbenennung erfolgen soll. Das Bestehen des Zweckverbandes jährt sich mittlerweile zum zehnten Mal. Dabei ist zu berücksichtigen, dass von vornherein eine längere Zeitschiene anvisiert worden war, wenngleich diese anfänglich nicht ein ganzes Jahrzehnt betragen sollte. Richtig ist allerdings, dass zunächst einer Auslastung des Baugebiets Stadtheide Priorität eingeräumt worden ist.
Aus damaliger Sicht sollte das Vorhaben heute zumindest teilweise realisiert worden sein. Bedauerlicher Weise fanden die Seewiesen nicht die ungeteilte Zustimmung der Planungsbehörden von Land und Kreis. Der Bürgervorsteher bittet Herrn Bernd Möller als Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt um Erläuterung näherer Details.
Herr Möller gesteht zu, dass die Meinungsbildung zum Festhalten an dem Projekt in der jetzigen abgewandelten Form innerhalb der Ratsversammlung zu gleichen Teilen gespalten ist. Etwa die Hälfte der Ratsmitglieder vertritt die Ansicht, dass man sich von dem Vorhaben verabschieden sollte, weil es sich zu weit von der seinerzeitigen Intention entfernt hat und die Notwendigkeit angesichts z. B. von innerstädtischen Verdichtungspotenzialen heute nicht mehr gesehen wird. Hinzu kommt die ablehnende Haltung der Landes- und Kreisbehörden. Ihn verwundert es zudem, dass die Bürgerschaft zu Beginn der Planungen noch sehr vehement pro und contra mitdiskutiert hat. Diese Stimmung hat sich gewandelt. Heute ist kaum noch eine Resonanz in der Bevölkerung wahrzunehmen. Deshalb wäre es für die Vertreter des Planungsverbandes schon wichtig zu wissen, wie die Plöner Einwohner zu einer Bebauung des Planungsgebietes stehen.
Fakt ist, dass das Projekt in der reduzieren Variante fortgeführt wird, woraus für die Stadt Plön die Verpflichtung zur Aufstellung eines Flächennutzungsplans resultiert, was natürlich ebenso für die Gemeinde Rathjensdorf gilt. Dies stellt bereits die erste Hürde dar, da Land und Kreis hierzu ihre Zustimmung erteilen müssen. Sollte dies der Fall sein, so wäre in einem nächsten Schritt die Bebauungsplanung Aufgabe des Planungsverbandes. Um das Verfahren zu beschleunigen, wird der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt die Flächennutzungsplanung zügig voranbringen, ins-besondere deshalb, um in absehbarer Zeit Klarheit darüber zu erlangen, ob das Vor-haben letztlich umgesetzt werden kann oder nicht.
Herr Ingo Buth, Knivsbergring, ergänzt, dass der Planungsverband Entscheidungshoheit über die Bebauungsplanung besitzt und die Ratsversammlung vorbereitend über die Flächennutzungsplanung beschließt, wobei er darin eine Gewissensentscheidung eines jedes einzelnen Ratsmitgliedes sieht. Tatsache ist, dass Landes- und Kreisplanung eine Begründung für dieses Baugebiet einfordern. Hierfür wäre jedoch ein nicht geringes Maß an Kreativität erforderlich. Nach seiner persönlichen Einschätzung wird es nicht möglich sein, eine plausible Argumentation für dieses Projekt vorzulegen. Für ihn ist deshalb das Thema angeschlossen. Er rät dazu, keine weitere Zeit mehr hierfür zu verschwenden.
Bürgervorsteher Krüger fasst zusammen, dass die Angelegenheit nach der Be-schlussfassung der Ratsversammlung im Planungsverband zu verbleiben, wieder etwas an Fahrt aufgenommen hat. Eine endlose Geschichte soll damit aber nicht geschrieben werden; angesichts der heute Abend behandelten Wohnraumknappheit erscheint das Ganze möglicher Weise in einem etwas anderen Licht, was eine Neubewertung sinnvoll erscheinen ließe.