Beratungsverlauf:
Ausschussvorsitzender Melzer erteilt Herrn Stefan Luft, urbanus GbR, Stadt- und Verkehrsplanung aus Lübeck das Wort.
Herr Luft stellt anhand der Präsentation die Konzeption einer Fahrradstraße im Bereich Rodomstorstraße - Gänsemarkt vor.
Es schließt sich eine rege Diskussion zu den folgenden Punkten an:
* Kreisverkehr - Sperrung des Schiffsthals wegen Veranstaltungen nicht möglich
* Teilsperrung sei möglich, Verlegung der Bushaltestelle in den unteren Bereich prüfen
* In der Präsentation kommt das Auto gar nicht mehr vor, neue Verkehrslenkung. Autos nicht aus den Augen verlieren, keine direkte Zufahrt von der nördlichen Rodomstorstraße in die Innenstadt, 700 m Umweg.
* Verkehr wird über die Bahnhofstraße geleitet, wenn die Bahnhofstraße Vorzeigestraße im Zuge der Städtebauförderung werden soll, Verkehrskollaps ?
* Bürgerbefragung, da es ein ganzes Quartier betrifft, nördliche Rodomstorstraße.
* erhöhte Geschwindigkeit von E-Rädern
* Sorge, dass Parkplätze wegfallen. Bgm Winter: Auf der Fläche der Parkplätze können auch weiterhin Parkplätze verbleiben, es wurde nicht davon gesprochen Parkplätze wegzunehmen.
* Idee verkehrsberuhigter Bereich in der südlichen Rodomstorstraße
Laut Herrn Luft erscheint die Strecke zu lang, um einen verkehrsberuhigten Bereich einzurichten. Verkehrsberuhigter Bereich bedeutet, dass alle gleichberechtigt sind, angefangen von Fußgängern und spielenden Kinder. Dazu müsste ein Umbau erfolgen, da der verkehrsberuhigte Bereich nur eine Ebene hat, ohne Hochborde. Dies wäre ein Umbau des Straßenkörpers und würde Ausbaubeiträge nach sich ziehen.
* Die Anwohner hätten die Zufahrt in die Innenstadt über die Lütjenburger Straße (Aldi) oder Stadtgrabenstraße, nicht an alten Gewohnheiten festhalten, wenn man etwas erreichen möchte.
* Veränderung der Bedeutung der Fahrräder, des langsamer Fahrens, mehr Fokus darauf, dem Radverkehr mehr Ruhe geben.
Laut Herrn Luft kann die geänderte Verkehrsführung mit einem Verkehrsversuch getestet werden. Er ist davon überzeugt, dass diese angenommen wird. Dies hat seine Erfahrung gezeigt. Eine Fahrradstraße ist in dem Abschnitt Gänsemarkt bei der jetzigen Verkehrsführung nicht möglich.
* Die Parkplätze sind in Plön ein wichtiger Punkt. Die Stadt Plön hat einen Versorgungsauftrag für das Umland und diese Bürger kommen mit dem Auto.
* Wichtig ist aber auch die Sicherheit für Radfahrer.
* Vertretbar, Radfahrer fahren direkt in die Innenstadt und Autofahrer nehmen einen kleinen Umweg. Gewöhnungseffekt.
* Gänsemarktviertel - Fläche aus der Planung rausnehmen, um Konflikte zu vermeiden.
* Kreisel kontraproduktiv, Geld an andere Stelle einsetzen
* Primat Auto soll durch Primat Fahrrad abgelöst werden, man sollte allen gerecht werden
* § 1 STVO - ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme
* nördlicher Bereich Fahrradstraße - südlicher Bereich verkehrsberuhigter Bereich
* Stärkere Baumaßnahme für einen verkehrsberuhigter Bereich
Laut Herrn Luft erscheint auf dieser Länge ein verkehrsberuhigter Bereich nicht möglich. Er sieht hier wenig Verkehr, der umgeleitet wird und kein Verkehrschaos in der Bahnhofstraße.
* Grenze Fahrradstraße da, wo die Städtebauförderung (integriertes Entwicklungskonzept) anfängt, deswegen ist die Fläche des Gänsemarktes rauszunehmen
* Fahrradstraße bis zum Schwanensee und Verbesserung der dortigen Pflasterung
* Schulbusparkplatz am Schiffsthal bereits so gebaut, technisch möglich, nur der Radius muss erweitert werden
* Überrascht, dass so viele grundlegende Argumente in der Sitzung vorgetragen werden, ohne dass die Themen im Forum besprochen wurden. Die Einbahnstraße Kannegießerberg wurde z.B. im Fahrradforum bei einer Enthaltung angenommen. Die Arbeitsgruppe könnten dann aufgelöst werden, der SteP ist der zuständige Ausschuss
* öffentlichen Raum gerechter aufteilen, dazu gehört auch die Errichtung einer Fahrradstraße
Herr Luft hält die Sperrung des Gänsemarktes für vertretbar und spricht sich für einen Verkehrsversuch aus. Der Verkehrsversuch sollte mindestens 6 Monate, bzw. eher 1 Jahr in Anspruch nehmen. Derzeit gibt es eine gute Förderkulisse.
Herr Homeyer als Radverkehrsbeauftragter der Stadt Plön erklärt, dass mit dem Radverkehrskonzept dem Radverkehr stärkeres Gewicht verliehen werden soll. Weil uns die Verkehrssicherheit der Schulkinder am Herzen liegt. Der Ansatz eines verkehrsberuhigten Bereiches ist ein anderer. Hier ist die Fläche den Fußgängern und Kindern zum Spielen vorbehalten. Die beantragten Mittel, die zugesagt sind, stehen bis Ende 2023 zur Verfügung. Herr Homeyer wirbt für Umsetzung des Beschlussvorschlages in der heutigen Sitzung. Im Nachgang kann eine Entscheidung auch wieder umgekehrt werden.
Es werden die folgenden Beschlussvorschläge formuliert und darüber abgestimmt:
Beschluss:
Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung beschließt die Einrichtung der Fahrradstraße „Rodomstorstraße – Gänsemarkt“.
Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 9 Nein-Stimmen: 1 Enthaltungen: 1
Beschluss:
Die Fahrradstraße zwischen Gänsemarkt und Schiffsthal wird ohne Kreisel umgesetzt.
Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 6 Nein-Stimmen: 1 Enthaltungen: 4
Beschluss:
Die Verkehrsführung wird nicht verändert im Bereich des Gänsemarktes und Kannegießerberg gegenüber dem jetzigen Zeitpunkt.
Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 3 Nein-Stimmen: 6 Enthaltungen: 2
Beschluss:
Die Verkehrsführung Gänsemarkt, Kannegießerberg und Krabbe wird ein Jahr nach der Umsetzung überprüft.
Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 9 Nein-Stimmen: 1 Enthaltungen: 1