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ALLRIS - Auszug

21.09.2022 - 6 Einwohner:innenfragestunde

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Wortprotokoll

Beratungsverlauf:  

 

Herr Hansjürgen Schulze, Sozialökologisches Bündnis Plön, führten, dass es indirekt um das heute zu beschließende Ortsentwicklungskonzept geht. Er hat das Konzept gerade erst kursorisch gelesen und dabei festgestellt, dass der Klimaschutz zwar punktuell durchscheint, aber nicht in ausreichendem Maße. Plöner Ratsversammlung hat sich vor drei Jahren zum Klimaschutz bekannt, aber die Erklärung des Klimanotstands abgelehnt. Diese Inkonsequenz kommt die Stadt teuer zu stehen. Ende 2021 gab die Ampelkoalition ein Gutachten in Auftrag, um die volkswirtschaftlichen Klimaschäden der Hitzesommer 2018 bis 2020 und der Flut an Ahr und Erft zu beziffern. Das Resultat erschreckt alle: Neben Tausenden Hitzetoten und 183 Flutopfern entstanden weit über 80 Mrd. Euro Sachschäden; davon hätte auch einiges in Plön landen können. Die Münchener ck (Versicherung) prognostiziert pro Jahr Schäden in Höhe von 5 % des Bruttoinlandsproduktes, wenn so weiter gemacht wird, wie bisher. 

Ratsherr Buth hätte absolut Recht mit seiner Haltung, dass angesichts der städtischen Finanzen jeder Cent dreimal umzudrehen sei. Ohne energischen Klimaschutz geriete aber die wichtigste Einnahmequelle Plöns in Gefahr, nämlich der Tourismus. Der Status als Luftkurort wackelt, wenn die majestätischen Buchen, Dürre bedingt sterben, afrikanische Stechmücken vom Oberrhein zum Großen Plöner See vordringen, Malaria und Denguefieber verbreiten, und die Badestellen von Blaualgen verseucht werden. Das alles ist möglich. Dem neuesten Sachstandsbericht des Weltklimarates zur Folge, muss Klimaneutralität bis 2035 erreicht werden, um Paris“ und die Klimaerwärmung um 1,7 Grad einzudämmen, also nicht 1,5 Grad, was kaum noch möglich erscheint. Das Sozialökologische Bündnis Plön kommt auf dasselbe Resultat, wie das renommierte Heidelberger Institut ifeu. 7.000 kw/h Strom aus erneuerbaren Energien pro Jahr / Einw. reichen in Plön aus, um auch den Nahverkehr und die Wärmeversorgung komplett zu elektrifizieren. Das sind für Plön 63 Gigawattstunden pro Jahr. Das ist mit Solaranlagen auf und an tausend Gebäuden, PV Freiflächen doppelstöckig über Parkplätzen und auf den Trammer Wiesen und neun Windräder im Umkreis von 20 m zu erreichen. Dazu die Fragen: a) Erkennt jede Fraktion die Notwendigkeit, das Plöner Klimaschutzkonzept, dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 21. 04. 2021 entsprechend zu aktualisieren und des Weiteren: b) Ist jede Fraktion bereit, eine Klimaschutzstrategie erarbeiten zu lassen, um „Paris“ einzuhalten, um bis 2035 weitgehend klimaneutral zu sein durch 100 % erneuerbare Energien und warmmieteneutrale energetische Gebäudesanierung. Er überreicht der Vorsitzenden ein Exemplar der Ausgabe Nr. 7 des Info Blattes „Plön 2035.“

 

Stellvertretende Bürgervorsteherin ThodeRothhaar spricht sich dafür aus, das Thema in die Fraktionen  zu geben und dort zu beraten.