Beratungsverlauf:
Ratsherrr Buth verpflichtet den neu gewählten Bürgervorsteher Thure Koll gemäß § 33 Abs. 5 der Gemeindeordnung auf die gewissenhafte Erfüllung seiner Obliegenheiten per Handschlag und führt ihn in seine Tätigkeit ein.
Der neu gewählte Bürgervorsteher Koll begrüßt alle Anwesenden und bedankt sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen.
Es ist ihm Freude und Ehre zugleich, in den nächsten fünf Jahren, als Ansprechpartner, als Zuhörer, als Kummerkasten, als Entgegennehmer von Anregungen, als Repräsentant der Kreisstadt Plön und als Vorsitzender der Ratsversammlung zur Verfügung zu stehen.
Er bedankt sich bei Herrn Buth für die Bereiterklärung hier heute Abend als dienstältestes Mitglied die Sitzungsleitung übernommen und ihn verpflichtet zu haben.
Bürgervorsteher Koll möchte das ihm entgegengebrachte Vertrauen mit einer wirklich guten und dienlichen Zusammenarbeit in der kommenden Wahlperiode begegnen und allen Anforderungen an seiner Person und dem nun verbundenen Amt gerecht werden.
Ihm ist die Verantwortung, die ein derartiges Amt, wie das des Bürgervorstehers mit sich bringt, bewusst und geht dieses Amt mit Respekt und Demut, aber auch mit viel Freude an.
Da ihn die meisten Ratsmitglieder schon seit ein paar Jahren kennen, wissen sie, worauf sie sich gerade eingelassen haben. Er ist fest der Sache verschrieben. Er möchte, dass es läuft und vorangeht. Für Nebenscharmützel hat er keine Zeit und Lust. Dienliche Diskussionen ja, störendender Streit nein. Es geht ihm um den Ideenwettbewerb aller Fraktionen auf dem Boden der Tatsachen.
Er hat die Ratsmitglieder geradeeben sehr bewusst und betont als Kollegen angesprochen, weil er der festen Meinung und überzeugt ist, dass es in den kommenden fünf Jahren ganz im Wesentlichen darauf ankommen wird, dass man in der Ratsversammlung als Kollegen miteinander agiert und sich respektiert, um ein maximales Wohl für unsere Heimatstadt Plön zu fördern.
Er möchte das auch gerne auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Plöner Stadtverwaltung mit Frau Radünzel an der Spitze ausdehnen. Nur gemeinsam werde man in den kommenden fünf Jahren die Stadt Plön voranbringen und weiterentwickeln können. Denn die Herausforderungen vor denen die Stadt Plön steht, sind nicht geringer geworden. Eher das Gegenteil ist der Fall. Allen voran stehen die finanziellen Herausforderungen.
Er möchte gerne diese Herausforderungen verbildlichen. Als Stadt am Wasser, als Patenstadt zur MUS, zur Marine hat man rasch einen Bezug zur Hand, eine Anknüpfung, nämlich ein maritimes Bild darzustellen. Da heute am 14.06.2023 zudem der Tag der deutschen Marine ist und die deutschen Seestreitkräfte ihren 175. Geburtstag feiern hatte er zudem eine Bestätigung für seinen Gedanken dieses Bildes. Wie passend.
Er führt weiter aus, dass man als Kreisstadt den Anspruch haben könnte, ein stolzes, schönes Schiff zu sein. Plön als Schiff gesehen, dass würde was hermachen,
Unser Schiff Plön ist wirklich schön, schneeweiß, es hat Charme, Flair und Tradition, es hat Kurs auf die Zukunft, auf die Fragen unserer Zeit genommen. Ein Schiff mit Perspektive. Und was besonders wichtig ist, es ist bereits seetüchtig und sturmerprobt. Die Voraussetzungen für einen Törn in einen Sonnenuntergang in die Zukunft sind eigentlich gut:
Unser Schiff ist bei Einheimischen und Touristen beliebt. Es ist in den Augen vieler ein Traumschiff, auf dem es sich wunderbar verweilen lässt. Es gibt aktuelle Pläne zur Überholung, zur zusätzlichen Verschönerung in der Werft á la Ortsentwicklungskonzept. Ein frischer Anstrich für die Innenstadt und den Marktplatz ist vorgesehen.
Von Backbord bis Steuerbord soll das Bahnhofsquartier und die Lübecker Straße neue Planken bekommen. Am Heck in der Eutiner Straße soll ein neues Sonnendeck entstehen. Und wir Plöner kennen unser Schiff gut, wir wissen, was noch so alles ertüchtigt werden muss, zum Beispiel die Sport- und Spielsektionen.
Doch auf dem Weg in die Werft, sozusagen der Wellnessaufenthalt, auf dem Weg in herbeisehnenden Zeiten, ist unser Schiff Plön in eine stürmische Haushaltslage geraten. Bedingt durch nicht vorauszusehende Fallwinde, die alle auf Krise enden, haben wir Abdrift bekommen und sind auf Grund gelaufen. Ein großes Haushaltsleck tut sich am Rumpf auf. Unmengen von Aufwendungen, die nichtausgeglichen werden können, strömen ins Schiff und schaffen eine ernste Schieflage in der Ergebnis- und Finanzplanung. Der Pegel der Verbindlichkeiten steigt bedrohlich.
Nun stehen plötzlich primär Schadensabwehrmaßnahmen an, um die Schlagseite nicht größer werden zu lassen und um nicht zu kentern. Der Werftaufenthalt ist auch weiterhin wichtig. Es müssen Ansätze und Ideen gefunden werden, um das Haushaltsleck abzudichten. Es müssen ausgleichende Einnahmen her. Das Unterfangen erweist sich als nicht einfach. Nur mit herkömmlichen Bordmitteln wird man hier nicht weiterkommen. Die Bordmittel in Plön sind übersichtlich. Hier greift das ökonomische Minimalprinzip, nämlich mit begrenzten Bordmitteln das Ziel zu erreichen, die Seetüchtigkeit Plön wiederherzustellen. Auf externe Unterstützung könne man nur bedingt setzen, dafür reicht die Heuer, die wir zahlen können, nicht aus. Außergewöhnliche Maßnahmen sind angebracht, sind gefragt. Es braucht Kreativität und Ideenreichtum, Tatkraft und Entschlossenheit sowie Selbstbesinnung und Ehrlichkeit. In einer solchen Situation ist jeder Einzelne gefragt, ein jeder wird gebraucht. Und ein jener bringt Ideen, Tatkraft und weitere positive Tugenden mit. Doch es bedarf mehr.
Es braucht ein funktionierendes Miteinander. Die guten Ideen wollen verknüpft werden, sie wollen verbunden werden. Und die Tatkräfte, sie wollen sich ergänzen, sie wollen verstärkt werden – natürlich mit dem entsprechendem Seemannsknoten. Und eben dieser Seemannsknoten hat den Vorteil, dass er schnell wieder zu lösen ist, wenn die eine oder andere Idee doch nicht zusammenpasst. Und wir nehmen uns neue Seilenden, neue Ideen, um mal bei diesem Beispiel zu blieben, und verknoten diese und schauen, wie sich diese bei unserer Schadensabwehr auswirken. Das ähnelt, denn oft auch beim berühmten Probieren. Aber probieren geht, wie wir wissen ja über studieren. Und es braucht eingespielte Verfahrensweisen, es braucht Verlässlichkeit, man muss wissen, wenn es Hand in Hand gehen muss, dass die weiterhelfende Hand auch wirklich an Ort und Stelle ist und mit anpackt. So stellt man sich eine Schiffs-Crew vor. Nur mit einer funktionierenden Crew funktioniert ein Schiff und nur mit einer funktionierenden Crew lässt sich ein Schiff aus seemännischer Not auch wieder befreien.
Und schlussendlich braucht es eine klare Kommunikation. Jedem muss klar sein, was seine Aufgaben sind und was von ihm erwartet wird und woran er ist. Und diese klare Kommunikation sorgt dafür, dass wir um unsere Notsituation wissen. Und wir wissen, wie wir uns aus dieser Not auch wieder befreien können, wenn wir einander zuhören, die Einfälle anderer bewerten und gemeinsam verwerten können.
Hierzu sieht eine Crew, die ihn zuversichtlich stimmt und Hoffnung am Horizont aufkeimen lässt, dass kein SOS gefunkt werden muss:
- Die Schotten haben gehalten und der Maschinenraum Stadtverwaltung ist nach wie vor im Stande, auf volle Kraft zu gehen.
- Die Navigation „Ratsversammlung“ hat den Kurs und die Peilung, entnommen aus den Stellungsnahmen der Fraktionen zum Haushalt 2022, weiterhin fest im Blick
- Altgediente Seebären bringen das Wissen der sieben Weltmeere mit sich
- Sie treffen auf neu angeheuerte Seekadetten, die sich bewähren wollen und ihrer Äquatortaufe entgegensehnen.
- Die neue Kapitänin ist voller Tatendrang und hat inzwischen über 100 Tage das Ruder nicht mehr losgelassen, sie hat sich ein gerudert.
Bürgervorsteher Koll hofft sehr, dass auch Eigner und Passagiere, die Plönerinnen und Plöner und Gäste zwar den Ernst der Lage erkennen, aber den Einsatz der Rettungsboote nicht für nötig halten.
Es liegt an uns, an der Besatzung von Selbstverwaltung und Verwaltung, unseren Passagieren und Eigner auch in dieser misslichen Lage bei Laune zu halten, Sicherheit, Geborgenheit und Lebens- und Wohnqualität zu bieten.
Das Handeln sollte bedacht sein und keinem Seemannsgarn gleichen.
Er möchte dafür zukünftig gerne vorangehen. Und er wünscht sich, dass die Ratsversammlung mit ihm vorangeht, dass auch Bürgermeisterin und Stadtverwaltung sich auf den gleichen Weg begeben, welcher unser aller Weg ist. Und hier und da darf man gerne auch die Bürgerinnen und Bürger mit Ihren Überlegungen und Ideen anhören und beim Wort nehmen. Alle sitzen bekanntlich im selben Boot.
Und wo sieht sich der Bürgervorsteher bei dieser maritimen Schilderung?
Er sieht sich vielleicht ein bisschen als Smutje, gutes Essen soll ja für die Stimmung auf einem Schiff, das Wesentliche sein. Vielleicht auch ein bisschen der Ausguck, der auf Chancen aufmerksam macht und Gefahren meldet, vielleicht ein wenig der Segelsetzer, der günstige Winde nutzt, vielleicht auch ein wenig Klabautermann. Der Klabautermann wird als der gute Geist eines jeden Schiffes bezeichnet und hilft beim Bau des Schiffes, unter anderen beim Dichten des Schiffsdecks, dem sogenannten Kalfatern. Solange er an Bord ist, hat das Schiff immer gute Fahrt.
Und diese gute Fahrt, die wünscht er für sich und die gesamte Crew sowie für alle Plönerinnen und Plöner! Bürgervorsteher Koll heißt alle willkommen an Bord und hofft auf eine gute, gemeinsame und erfolgreiche Zusammenarbeit!