Der Vorsitzende
stellt zu Beginn fest, dass es bei der heutigen Beratung nicht mehr um die
prinzipielle Art des Ausbaus, sondern um die Materialwahl geht. Er bittet Herrn
Keller, die Vorstellungen des Planungsbüros zu erläutern.
Herr Keller geht zunächst auf den Wunsch
ein, die Fahrbahn mit Natursteinpflaster herzustellen. Als Vorteile sieht er den
Altstadtcharakter der Pflasterung, es wirkt geschwindigkeitsdämpfend und es ist
bei Reparaturen generell günstiger.
Nachteilig ist, dass
es generell teurer als Asphalt ist, dass wenig anfallendes Pflastermaterial zur
Wiederverwendung zur Verfügung steht und infolgedessen teuer hinzugekauft
werden muss, dass Pflasterflächen höhere Geräuschemmissionen verursachen, dass
Pflasterflächen insbesondere an den steileren Stellen höhere Unfallgefahren für
Fahrradfahrer bedeuten und dass die Gewährleistungsarbeiten schwieriger zu
handhaben sind.
Die Kosten beziffert
er für Asphalt mit Betonrecycling als Unterbau mit 40 €/m², für Pflaster ohne
Fugenverguß 75 €/m², für Pflaster mit Fugenverguß 100 €/m² und einen Zuschlag
von 25 €/m² für das Verlegen in Beton, das an einigen Stellen wegen des
Busverkehrs zwingend notwendig werden wird.
In der anschließenden
ausführlichen Diskussion werden folgende Argumente für oder gegen Pflaster bzw.
Asphalt genannt, wobei einige Argumente für ein Material ebenso gut als
Argument gegen das andere Material verwendet werden können.
Argumente:
·
Pflaster zu teuer für
Stadt und auch für die Anlieger, im Sinne der Anwohner kostenvernünftige
Entscheidung treffen
·
Ursprünglicher
Kostenanschlag gesenkt auf 130.000 €, deshalb Pflaster nicht möglich
·
Hoher Reparaturbedarf
und Folgekosten bei Pflaster aufgrund Busverkehr
·
Höhere Geräuschemmissionen
bei Pflaster, Lärmschutz ist Umweltschutz
·
Altstadtcharakter kann
auch durch andere Gestaltungsmaßnahmen erreicht werden, z. B. durch
entsprechende Gestaltung der Fleethörn, Natursteinborde und Natursteinrinne,
möglichst auch der Verwendung von Natursteinpflasterung für die Parkplätze
·
Niedrigere
Geschwindigkeiten auf Pflaster, Umbauziel Verkehrsberuhigung wird erreicht
·
Höhere
Geschwindigkeiten auf Asphalt werden kompensiert durch entsprechende
Gesamtgestaltung
·
„Aspaltband“ Fahrbahn
kann aufgebrochen werden durch phasenweise Pflasterung
·
lieber einheitliche
Linienführung mit Asphalt, Altstadtcharakter durch andere Gestaltungsmaßnahmen
·
Entscheidung für
Pflasterung bereits in der 57. und 58. Sitzung gefallen
·
Verkehrsberuhigung
durch Baumtor stimmt nicht, da aus dem Vierschillingsberg ausfahrende Fahrzeuge
automatisch in die Stadt und nicht in Richtung Bundesstraße gelenkt werden
·
Baumtor Richtung Stadt
verschieben und damit die Ausbaustrecke reduzieren, mit den eingesparten Kosten
Mehrkosten für Pflasterung auffangen
·
Bei Verschiebung des
Baumtores reduziert sich auch die zu pflasternde Fläche, deshalb lieber gleich
bei Asphalt bleiben
·
Bei Verschiebung des
Baumtores Straßenquerung besonders für behinderte Fußgänger weiterhin schwierig
·
Asphalt sicherer für
Fahrradfahrer
·
Asphalt ist geeigneter
für den Winterdienst
·
Bei Verschiebung des
Baumtores Vierschillingsberg abgekoppelt von der Verkehrsberuhigung
·
Zwei Parkplätze vor der
Videothek weg, dafür ein Parkplatz parallel zur Straße Kannegießerberg
·
Zwei Parkplätze vor der
Videothek beibehalten, aber in der Richtung drehen
Die ausführliche Diskussion wird unterbrochen durch einen Antrag der
CDU-Fraktion auf Sitzungsunterbrechung.
Die Sitzung wird für 5 Minuten unterbrochen.
Nach der Sitzungsunterbrechung stellt Dr. Fehlberg
für die CDU-Fraktion folgenden Antrag:
„Der Ausschuss möge beschließen,
·
dass das Baumtor in
Richtung Gänsemarkt verlegt wird,
·
dass von der
Bahnhofstraße her der steile Streckenabschnitt vor dem ehemaligen Nürnberger
Trichter mit Asphalt belegt wird,
·
dass daran anschließend
der Streckenabschnitt unter Einbeziehung der Fleethörn und zur Betonung des
Platzcharakters bis zum Baumtor hin gepflastert wird,
·
und dass für die
Pflasterung eine günstige Pflasterart mit sehr kleiner Fuge gewählt wird, um
Lärmbelästigung aufgrund der Pflasterung zu vermeiden.“
Der Vorsitzende
stellt für die SPD-Fraktion den nachfolgenden Antrag:
„Der Ausschuss möge
beschließen,
- dass die
Ausbausituation so , wie dies in der letzten Sitzung beschlossen wurde,
belassen wird,
- dass die Fahrbahn mit
einem Asphaltbelag hergestellt wird,
- dass die Gehwege mit
Klinker und die Rinne aus Naturstein hergestellt werden,
- und dass der
Altstadtcharakter der Fleethörn durch geeignete Gestaltungsmaßnahmen
betont wird.“
Der Vorsitzende lässt
dann über den Antrag der CDU- Fraktion abstimmen. Für den Antrag stimmen 5
Ausschussmitglieder, gegen den Antrag stimmen 2 Ausschussmitglieder und ein
Ausschussmitglied enthält sich der Stimme:
5 Ja-Stimmen
2 Nein-Stimmen
1 Enthaltung.
Der Vorsitzende
stellt fest, dass damit der Antrag der CDU- Fraktion mehrheitlich angenommen
worden ist und eine Abstimmung über den SPD- Antrag folglich keinen Sinn mehr
ergibt.