Kämmerer Titze erläutert die Eckdaten der
Verwaltungsvorlage.
1. Allgemeines
Die
Fachgruppe Finanzen hat den Einnahme- und Ausgabeverlauf im ersten halben Jahr
2008 einer globalen Überprüfung unterzogen. Alle der FG 4 bekannten Veränderungen
wurden erfasst und sind bei der Ermittlung der aktuellen Ergebnisse
berücksichtigt worden. Auf wesentliche Punkte wird in Einzelbetrachtungen
eingegangen.
Der Inhalt
des Finanzberichtes soll nach der Beratung im Hauptausschuss den Budgetverantwortlichen
als Grundlage für die Nachtragshaushaltsplanung 2008 zur Verfügung gestellt werden. Nach Ende der
Hauptferienzeit können sodann die Entwürfe zu den einzelnen Budgets in den
zuständigen Fachausschüssen behandelt werden. Anschließend ist es Aufgabe der
FG Finanzen, auf dieser Basis einen Gesamtentwurf zusammen zu stellen. Dieser
Nachtragsetat ist im Hauptausschuss zu beraten und der Ratsversammlung zur
endgültigen Beschlussfassung zuzuleiten.
2. Zusammenstellung
des Halbjahresergebnisses
2.1 Verwaltungshaushalt
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Einnahmen
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Ausgaben
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Fehlbedarf
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Ursprungshaushalt
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13.528.900 €
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15.753.500 €
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2.224.600 €
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Veränderungen
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1.588.200 €
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375.800 €
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- 1.212.400 €
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Aktuelle Planung
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15.117.100 €
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16.129.300 €
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1.012.200 €
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Zunächst
ist festzustellen, dass sich das Defizit im Verwaltungshaushalt im laufenden
Jahr halbiert hat. Dies ist ein äußerst erfreulicher Umstand, insbesondere
unter dem Aspekt, als das der in 2008 zu veranschlagende Fehlbetrag aus 2006
1.581.400 € beträgt und somit in 2008 kein originäres Defizit mehr besteht.
Darüber hinaus ist nach dem derzeitigen Stand auch rd. ein Drittel des Fehlbetrages aus 2006
abgebaut.
Die größte
Aufwärtstendenz ist im Einzelplan 9 – Allgemeine Finanzwirtschaft –
eingetreten: Die Schlüsselzuweisungen vom Land sind um rd. 540.000 €
angestiegen. Für die Haushaltsansätze 2008 waren die im Haushaltserlass 2008
des Innenministeriums vom 17. September 2007 bekannt gegebenen
Berechungsgrundlagen anzuwenden. Die im Doppelhaushalt 2007/2008 des Landes
veranschlagte Finanzausgleichsmasse für 2008 betrug demnach 979,4 Mio. €. Diese
Zahl ging noch auf das Ergebnis der Mai – Steuerschätzung 2006 zurück. Im
vergangenen Jahr trat eine merkliche Verbesserung der Landessteuereinnahmen
über die bisherigen Schätzungen hinaus ein. Aufgrund der Öffnungsklausel im
Haushaltsgesetz 2007/2008 machte das Land von der Ermächtigung Gebrauch, einen
Teilbetrag der Mehreinnahmen unmittelbar den Kommunen zur Verfügung zu stellen.
Unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren wächst die FAG – Masse um 154 Mio. €
auf 1.133,4 Mio. € an. Diese gab das Land mit dem Ergänzungshaushaltserlass vom
11. Januar 2008 bekannt. Der Haushaltsplan der Stadt Plön war zu diesem
Zeitpunkt bereits verabschiedet, so dass diese Verbesserung nicht mehr
einfließen konnte.
An dieser
Stelle darf der Hinweis auf das Festhalten des Landes an dem jährlichen Vorwegabzug in Höhe
von 120 Mio. € aus der Finanzausgleichsmasse für den Zeitraum von vier Jahren
nicht fehlen. Ausgehend von der o. a. Berechnung entsteht speziell der Stadt
Plön p. a. ein durchschnittlicher
finanzieller Schaden von rd. 400.000 €, in vier Jahren also rd. 1.600.000 € !
Uneingeschränkt
positiv ist in 2008 der Verlauf der Gewerbesteuereinnahmen zu beurteilen. War
noch in 2007 lediglich ein Gesamtaufkommen von rd. 651.000 € zu realisieren, so
ist im laufenden Jahr nach derzeitigem Stand ein Betrag von rd. 1,842 Mio. €
zum Soll gestellt. Die zuvor oft gestellte Frage „Geht der Konjunkturaufschwung
an der Stadt Plön vorbei ?“ kann nunmehr dahin gehend damit beantwortet werden,
dass erhebliche Nachveranlagungen von rd. 1 Mio. € anhand der bisher
vorliegenden Messbescheide der Finanzämter durchgeführt werden konnten.
Es zeigt
sich an diesem Beispiel einmal mehr, dass das Gewerbesteueraufkommen stark
volatil ist und sich sämtlichen verlässlichen Prognosen entzieht.
Infolge der
bedeutenden Gewerbesteuereinnahmen steigt die Gewerbesteuerumlage um 195.000 €
von bisher 139.300 € auf 334.300 € an.
Der
Gemeindeanteil an der Einkommensteuer war nach Auswertung der Mai –
Steuerschätzung 2008 verhältnismäßig geringfügig nach unten zu korrigieren. Das
an die Kommunen zu verteilende Gesamtvolumen soll demnach um rd. 7 Mio. € von
886 Mio. € auf 879 Mio. € sinken. Angesichts der im Vorjahr verkündeten sehr
optimistischen Hochrechnungen (+ 144 Mio. €) ist dieses allerdings auch nicht
verwunderlich und durchaus zu verschmerzen.
Einschließlich
einer von der Stadt Plön zu erstattenden Überzahlung von rd. 38.000 € muss die
Stadt Plön rd. 60.000 € Mindereinnahmen im Nachtrag verbuchen.
Nach
endgültiger Festsetzung der Schlüsselzuweisungen sind an den Kreis Plön
zusätzliche Umlagezahlungen in Höhe von 136.200 € zu leisten.
Zur
Aufrechterhaltung der Kassenliquidität müssen nach wie vor Kassenkredite von
durchschnittlich rd. 4,5 Mio. € aufgenommen und verzinst werden. Der
Finanzierungsbedarf ergibt sich weitestgehend aus dem Fehlbetrag des Vorjahres
und des laufenden Jahres. Zudem ist zu beachten, dass die Mehreinnahmen über
das Jahr verteilt eingehen und somit erst nachgängig zu einer gewissen
Entspannung führen. Weiterhin wirkt sich das höhere Zinsniveau, auch für
kurzfristige Aufnahmen, belastend aus. Nach überschlägigen Berechnungen kommt
es zu einem vermehrten Bedarf von
43.000 € gegenüber bisher 167.000 €.
Auf der
anderen Seite führt der erfreuliche Verlauf des Vermögenshaushaltes (siehe
Ausführungen zu Ziff. 2.2) in Verbindung mit günstigeren Konditionen nach
Umschuldungen zu Einsparungen von
45.000 € zugunsten des Schuldendienstes.
Als
bedeutendere Veränderungen sind
zusätzliche Unterhaltungskosten für die Deckensanierung und Beratungskosten für die Umstrukturierung der Schwimmhalle mit
insgesamt 40.000 € zu nennen.
Auf dem
Personalkostensektor ging die Personalabteilung im Rahmen der Haushaltsplanung
von einem tariflichen Anstieg von 2,9 Prozent analog der entsprechenden
Besoldungsanpassung für Beamte aus. Der Tarifabschluss für die Beschäftigten
beinhaltete einen Sockelbetrag von monatlich 50 € zuzüglich einer linearen
Steigerung von 3,1 Prozent. Nach einer ersten Einschätzung der Fachgruppe
Koordination und interner Service wird trotz des genannten Tarifabschlusses
kein Mehraufwand erforderlich. Die Gründe hierfür liegen in Einsparungen durch
Vakanzen und Langzeiterkrankungen.
Für den
Kostenblock des sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwandes sind bereits
Nachmeldungen avisiert worden, die betragsmäßig noch einer näheren
Konkretisierung bedürfen.
2.2 Vermögenshaushalt
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Einnahmen
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Ausgaben
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Kreditbedarf
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Ursprungshaushalt
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2.115.400 €
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2.115.400 €
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537.400 €
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Veränderungen
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10.700 €
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10.700 €
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- 459.100 €
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Aktuelle Planung
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2.104.700 €
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2.104.700 €
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78.300 €
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Mit der
Genehmigungsverfügung der Kommunalaufsichtsbehörde des Kreises Plön vom 07.
März 2008 erfolgte eine Kürzung des Kreditbedarfes um 35.000 € von 537.400 €
auf 502.400 €. Als Begründung gab die KAB eine Gefährdung der nachhaltigen
finanziellen Leistungsfähigkeit an. Die Zusammensetzung des Kürzungsbetrages
konnte von hieraus nicht nachvollzogen werden. 35.000 € Darlehensaufnahmen
hätten den Haushalt mit jährlich rd. 2.100 € „belastet“. Dafür war nunmehr
allerdings die Finanzierung aller Maßnahmen des Vermögenshaushaltes 2008
insgesamt nicht mehr gesichert. Ein außerplanmäßig erfolgter
Grundstücksverkauf, mit dem 95.000 € erlöst werden konnten sorgte dafür, dass
die Problematik gar nicht zum Tragen kam. Weitere außerplanmäßige
Immobilienveräußerungen verhelfen zu rd. 300.000 €, die den Kreditbedarf weiter
entlasten. Verkaufserlöse können nach geltendem Haushaltsrecht erst in die
Planung aufgenommen werden, soweit die Verträge notariell beurkundet worden
sind. Dieses geschah in den genannten Fällen in 2008.
Die Beitragsabrechnung der
Straßenausbaumaßnahme im Wasserturmgelände erbrachte gegenüber der
Veranschlagung Mehreinnahmen von rd. 30.000 €. Da zum Zeitpunkt der
Haushaltsplanung der genaue beitragsfähige Aufwand noch nicht bekannt ist,
werden prinzipiell 50 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten als
Beitragseinnahmen eingestellt.
Der Ausbau
des Gänsemarktes war in 2007 mit zuerst 186.200 € veranschlagt. Die
Kreditkürzung 2007 der KAB machte
eine Ausgabenreduzierung auf 156.200 € notwendig. Nachdem die Maßnahme mit
diesem Betrag nicht umzusetzen war, beschloss die Ratsversammlung im Zuge einer
veränderten Planung in 2008 eine Aufstockung um 71.800 €. Die Einnahmeposition
der Ausbaubeiträge war um 35.900 € anzuheben.
Weitere
Bewegungen in Einnahme und Ausgabe ziehen mit den genannten Veränderungen
Reduzierungen des Darlehensvolumens in Höhe von 459.100 € nach sich.
Sollten
keine neuen darlehensrelevanten Investitionsmaßnahmen in den Nachtragshaushalt
2008 aufgenommen werden, so kann die Stadt Plön in diesem Jahr rd. 750.000 € an
Altschulden abbauen.
Von 1998
bis einschließlich 2008 wäre somit die praktische Halbierung der städtischen
Schuldenlast von rd. 16,8 Mio. € auf rd. 8,5 Mio. € gelungen !
3. Ausblick
Die
Fachgruppe Finanzen hat auf der Basis der fortgeschriebenen Daten für die
Nachtragsvorbereitung 2008 und unter Einbezug des verbesserten
Jahresabschlussergebnisses 2007 auch die Finanzplanung 2009 bis 2012
überarbeitet:
Die
Entwicklung der Fehlbedarfe stellt sich zurzeit wie folgt dar:
|
Jahr
|
Fehlbedarf alt
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Fehlbedarf neu
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Verbesserung
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2009
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2.927.100 €
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2.531.700 €
|
395.400 €
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2010
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2.033.600 €
|
765.700 €
|
1.267.900 €
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2011
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2.542.400 €
|
2.011.200 €
|
531.200 €
|
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2012
|
nn.
|
175.800 €
|
nn.
|
Trotz einer
zurückhaltenden Hochrechnung der Finanzplanungswerte zeichnet sich aus heutiger
Sicht ein ausgeglichener Verwaltungshaushalt am Ende der Planungsperiode ab.
Bezieht man die von der Stadt Plön regelmäßig beantragten
Fehlbetragszuweisungen in die Betrachtung ein, lässt sich eine „schwarze Null“
erkennen.
Hinsichtlich
der Gewerbesteuer wurde wegen der beschriebenen Schwankungen von einem
wirklichkeitsnahen Maß (800.000 € p. a.) ausgegangen. In Bezug auf die
Schlüsselzuweisungen sind unbedingt zwei Aspekte zu beachten: Zum einen besteht
die Chance, dass der Eingriff des Landes in den Kommunalen Finanzausgleich ab
2011 endet, was entsprechende Mehreinnahmen generieren würde. Zum anderen droht
jedoch das Damoklesschwert des EU – weiten Zensus, der in 2011 durchgeführt
wird.
Auf Anfrage von Ratsherrn
Winter, CDU, erläutert Kämmerer Titze, dass die Vereinbarung mit der Förde
Sparkasse zur Garantie der Höhe der letztjährigen Gewerbesteuerzahlungen
zurzeit nicht greife, weil insgesamt höhere Einnahmen erzielt würden.
Die Vereinbarung würde
noch bis zum Jahre 2009 laufen.
Ratsherr Dr. Lorenzen,
FWG-Plön, bittet dafür Sorge zu tragen, dass die aktuell bis zum Stadtbuchtfest
vorgesehene Errichtung einer Plattform am Bootshafen durchgeführt werde und
darüber hinaus im Nachtrag der vorgesehene Verbindungsweg zwischen Bootshafen
und Bahnhof eingeplant werde.
Erster Stadtrat Nautsch
erläutert, dass beide Maßnahmen so vorgesehen seien.
Ratsherr Winter weist
seinerseits daraufhin, dass mit dem EU-weiten Zensus im Jahr 2011 wie bereits
berichtet, mit einem erheblichen Rückgang der Einwohnerzahl für die Stadt Plön
zu rechnen sein werde.