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ALLRIS - Auszug

06.10.2008 - 7 Bahnhof Plön - Tourist Info Großer Plöner See -...

Beschluss:
geändert beschlossen
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Wortprotokoll

Ratsherr Soll bekräftigt einleitend, dass es ihm und der FWG – Plön – Fraktion nicht um Kritik um ihrer selbst Willen geht, sondern dass die Sache selbst im Vordergrund steht. Er geht sodann auf die einzelnen Kritikpunkte des Antrages ein:

 

1. Die Öffnungszeiten entsprächen nicht dem tatsächlichen Bedarf, der be-

    sonders in der kalten Jahreszeit vorhanden ist. Eine Unterstellmöglichkeit ist inso-

    weit nicht oder nur eingeschränkt vorhanden. Diese ist kurzfristig innerhalb oder

    außerhalb des Gebäudes zu schaffen.

 

2. Das Bahnhofsgebäude erweckt eher den Eindruck eines Museums oder einer

    Kunstgalerie, wirkt aber von der Straßenseite eben nicht als Bahnhof.

 

3. Die Tür der Außentoilette, die ebenfalls als Behinderten – WC fungiert, verfügt

    über einen automatischen Schließmechanismus, der sehr langsam reagiert. Es

    besteht die Gefahr; dass die Tür mehrmals hintereinander wieder in den Öff-

    nungsmodus wechselt, wenn versucht wird, den Vorgang manuell zu beschleuni-

    gen.

 

4. Die Sichtfenster der auf dem Bahnsteig befindlichen Fahrkartenautomaten

    spiegeln bei Sonneneinstrahlung stark, so dass die Eingaben nicht mehr

    erkennbar sind. Die Bahn sollte unbedingt gebeten werden, hier für Abhilfe

    zu sorgen.

 

5. Der Erfrischungsraum verbreitet aufgrund seiner Einrichtung eine unterkühlte

    Atmosphäre, die wenig einladend ist und an ein Labor erinnert. Hier liegt

    auch die Ursache für die geringe Frequentierung.

 

6. Die auf den Bahnhof hinweisende Beschilderung in der Stadt ist, soweit vor-

    handen,  uneinheitlich. Wegweiser, auf denen die Bezeichnungen „Tourist –

    Info“ oder „Kurverwaltung“ zu lesen ist, werden dem Zweck insoweit nicht

    gerecht.

 

Ratsherr Soll verliest den Beschlussvorschlag, mit dem die Verwaltung beauftragt wird, die oben stehenden Punkte vor allem im Hinblick auf das kommende Winterhalbjahr (Wetterschutz für Fahrgäste) unverzüglich zu prüfen, der Selbstverwaltung zu berichten und im Sinne der Vorschläge umzusetzen bzw. – soweit erforderlich – mit der Deutschen Bahn oder einem ihrer zahllosen Betriebszweige nachdrücklich zu erörtern.

 

Der Vorsitzende merkt an, dass der Antrag der Verwaltung seit Ende August vorliegt und erwartet eine entsprechende Stellungnahme.

 

Herr Klink als Bauamtsleiter geht zunächst auf die Intention ein die dahinter stand, als die Stadt Plön sich seinerzeit – 2004 – für den Erwerb des Bahnhofsgebäudes entschieden hat. Die Bahn hatte den Bahnhof frei zum Verkauf angeboten, so dass die künftige Nutzung, abhängig vom Käufer, in vielfältiger Weise vorstellbar war, so z. B. als Spielhalle, Elektromarkt oder ähnliches. So habe er damals, zusammen mit Frau Backmann, ein Modell mit einem Raumnutzungskonzept entwickelt, dass auf die nahezu uneingeschränkte Zustimmung der Politik stieß. Herr Klink gesteht eine gewisse Gratwanderung ein; was das Resultat der Bemühungen angeht, so habe man nicht einen Bahnhof mit allen seinen Funktionen parallel erhalten können. Auch die beträchtliche Förderquote verlangte nach einer weit überwiegend touristischen Nutzung als zentrale Anlaufstelle für die Region Großer Plöner See. In der Bauphase waren erhebliche Mehrkosten aufzufangen; dennoch entstanden in Bezug auf das Gesamtvolumen der Maßnahme keine Mehrkosten. Eine Beschilderung muss dem Status des Hauses als Baudenkmal gerecht werden. An Stelle einer Leuchtwerbung in Gestalt des so genannten „DB – Kekses“ soll eine Flagge auf die Bahnhofsfunktion hinweisen. Die dem baulichen Niveau angepasste Beschilderung muss über den 1. Nachtragsplan zusätzlich finanziert werden. Die bemängelten Öffnungszeiten sind, im Vergleich mit anderen Haltepunkten an der Bahnlinie Kiel – Lübeck, von anderer Seite als vorbildlich bezeichnet worden. Im und am Gebäude der TIGPS ist ein optimales Toilettenangebot vorhanden, was auch von der Bahntochter „Station und Service“ bestätigt worden ist. Beschwerden von Benutzern liegen überdies bisher nicht vor. Die erwähnten technischen Probleme mit der Tür der Außentoilette ergeben sich aus der Doppelfunktion, die auch Rollstuhlfahrern ein Benutzen ermöglicht. Technische Schwierigkeiten sind in Verbindung mit der Infraroterkennung aufgetreten, die aber mit einem neuen Schalter, der noch nicht geliefert werden konnte, beseitigt werden sollen. Bezüglich der Automaten ist die Stadt schon mehrfach an die Bahn heran getreten, damit diese die Blendwirkung beseitigt. Bisher hat die zuständige Stelle darauf verwiesen, dass im Zuge des kommenden Bahnsteigumbaus der Aufstellungsort der Fahrkartenautomaten verändert wird. Weiterhin soll vor den Park + Ride – Plätzen ein Wetterschutzhaus errichtet werden. Eine transparente Wand als Windschutz vor der Überdachung des früheren „Prinzenbahnhofes“ bezeichnet Herr Klink als heikel. Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Verbindung mit dem Aufstellen neuer Schilder, die sowohl auf den „Bahnhof“ als auch auf die Tourist – Info GPS hinweisen, wird jedoch folgen.

 

Frau Backmann fügt an, dass sich die Beteiligten bei der Neukonzipierung der TIGPS durchaus bewusst waren, möglicher Weise eine Polarisierung auszulösen. Der oft kritisierte sterile Eindruck soll behutsam und nicht Stil brechend genommen werden. In der Cafeteria ist an eine Musikbeschallung gedacht, doch auch hierüber gehen die Meinungen auseinander.

 

Als häufig Bahnreisender kennt Ratsherr Pfau die üblichen Kümmernisse in diesem Zusammenhang gut. Er vertritt die Ansicht, dass die Bahn in den vergangenen Jahren ihre Standards zurück gefahren hat. Es ist jedoch nicht Sinn der Sache, wenn eine Kompensation aus Steuermitteln der Kommunen erfolgt, nur um Missstände auszuräumen, wie sie z. B. der Bahnhof in Raisdorf aufweist. Er befürwortet nachdrücklich eine Ausweitung der Öffnungszeiten gerade im Hinblick auf die zahlreichen Berufspendler. Die Mehrzwecknutzung des Plöner Bahnhofes verlangt allerdings nach Kompromissen; unter diesem Aspekt ist das Konzept voll aufgegangen.

 

Ratsherr Dr. Höppner betont den Vorbildcharakter der TIGPS, die schließlich Baujahr 2008 ist, was auch an der Wandlung des Erscheinungsbildes zu erkennen sein muss, gleichwohl die historische Fassade gewahrt wurde. Ein Vollbahnhof auf Kosten der Stadt kann nicht ernsthaft erwartet werden. Die Personalkosten für die Öffnungszeiten gingen allerdings zu Lasten der Stadt.                                        

 

Ratsfrau Killig hält fest, dass wer den alten Zustand des Bahnhofsgebäudes kannte weiß, was gewonnen wurde. Sie befürwortet ebenfalls frühere und längere Öffnungszeiten.  Gegen den häufig beklagten sterilen Eindruck, den das Bistro vermittelt, könnten dort Wechselausstellungen von Bildern helfen. Diese könnten in qualitativ wertiger Form von Plöner Schulen ausgeliehen werden.

 

Frau Backmann begrüßt diese Anregung. Passender Weise wird gerade eine Vorrichtung installiert, die eine ansprechende Präsentation u. a. von Schülerarbeiten ermöglicht.

 

Ratsherr Dr. Lorenzen pflichtet Ratsfrau Killig bei. Der Bahnhof in seiner neuen Ausgestaltung stellt ein Schmuckstück für Plön dar. Es sollte dennoch ein Hinweisschild auf die Funktion des Gebäudes auch als Bahnhof angebracht werden, da Bahnhöfe von Ortsfremden oft als Treffpunkte genutzt würden. Er hält einen Unterstand auf dem Bahnsteig als Wetterschutz für unabdingbar; additiv sollte geprüft werden, ob das historische Vordach mit seitlichen Schutzvorrichtungen gegen Witterungseinflüsse versehen werden kann. Eine Abdeckung aus Gründen des Blend- und Datenschutzes an den Automaten auf dem Perron ist dringend erforderlich.  Ratsherr Dr. Lorenzen wirft abschließend die Frage auf, ob an das Aufstellen eines Fahrkartenautomaten im Gebäudeinneren gedacht ist.

 

Frau Backmann befürchtet, dass ein Automat im Aufenthaltsraum Bemühungen um die Steigerung der Provisionseinnahmen durch Counterverkauf konterkarieren könnte.

 

Herr Klink empfiehlt, sich nicht am Begriff „Bahnhof“ zu verkrampfen. Der Umbau war tatsächlich gewagt, fast schon ein Experiment, das konträre Standpunkte erzeugt, wobei man sich darüber im Klaren sein muss, dass negative Stimmen immer am stärksten wahrgenommen werden.

Grundsätzlich spricht sich Herr Klink für eine intensive Auseinandersetzung mit der touristischen Infrastruktur in Plön insgesamt aus, wobei ein erweiterter   Horizont nicht schadet.

 

Ratsherr Wiederich legt Wert darauf, dass sich die MitarbeiterInnen der Tourist – Info sich in der Stadt Plön wie auch in der Region auskennen und so z. B. auch detaillierte Auskünfte zum Wasserwanderweg Schwentine, zu Sohlgleiten u. a. geben können. Im Übrigen hatte er versucht, die TIGPS in der Woche morgens um 8.15 Uhr zu erreichen. Die Dienststelle war jedoch um diese Uhrzeit noch nicht besetzt; es lief lediglich eine Bandschleife, auf der die Öffnungszeiten mit „… ab 8 Uhr morgens“ angesagt wurden. Auch konnte keine Nachricht auf das Band gesprochen werden. Ratsherr Wiederich geht mit Ratsherrn Pfau insoweit konform, als dass auch er längere Öffnungszeiten präferiert.  Weiterhin macht er auf die raumklimatischen Verhältnisse im Erdgeschoss der TIGPS aufmerksam. Lagebedingt und infolge der beidseitigen Ein- und Ausgänge in Verbindung mit der offenen Bauweise sind die MitarbeiterInnen fortgesetzt dem Windzug ausgesetzt, was gesundheitliche Risiken wie Erkältungsgefahr in sich birgt.    

Frau Backmann erläutert, dass der automatische Anrufbeantworter noch nicht auf die Öffnungszeiten der Nachsaison ab Oktober umgestellt war. Dies wird nachgeholt. Sie möchte eine Probephase mit früheren Öffnungszeiten noch im Oktober beginnen. Mittel für den Bau eines Windfangs sollten im Rahmen der Haushaltsplanung berücksichtigt werden.

 

Herr Klink schickt nach, dass bereits zwei zusätzliche Heizkörper nachträglich neben den Türen eingebaut wurden. Weitere Nacharbeiten müssten folgen.

 

Ratsherr Soll bittet für die manchmal überbetonenden Formulierungen aus der Perspektive des „leidenden Bahnkunden“ um Nachsicht; dennoch ist das Verhalten der Bahn katastrofal, was z. B. die forcierte Stilllegung und den Verkauf von Bahnstationen anbelangt. Er bestätigt einerseits die überwiegend positive Einschätzung der baulichen Veränderungen, hält andererseits aber auch die Diskussion über Missstände und Verbesserungen nicht für falsch.

 

Ratsherr Hagen stellt den folgenden Beschlussvorschlag zur Abstimmung:                             

 

 

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Beschluss:

 

Eine eindeutige  Beschilderung (Wegweisung und direkt am Gebäude) ist in dem erforderlichen Maß vorzunehmen.

Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Justierung des Öffnungs- und Schließmechanismusses der Außen – WC – Tür beauftragt ist.

Die Möglichkeiten der Anbringung eines Wetterschutzes an den Seiten des Vordaches sind zu prüfen. Parallel soll bei der zuständigen Unternehmenssparte der Bahn AG die konkrete Planung für einen Unterstand auf dem Bahnsteig erfragt werden.

Es ist weiter bei der Bahn AG hinsichtlich eines Blendschutzes an den Fahrscheinautomaten zu insistieren.    

 

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Abstimmungsergebnis:

 

- Einstimmige Annahme -

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Anlagen zur Vorlage