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ALLRIS - Auszug

06.10.2008 - 6 Tourismusbericht 2008

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Der Vorsitzende bittet Frau Backmann, Leiterin der Tourist – Info, um ihren Vortrag zu diesem TOP.

Frau Backmann bezeichnet den bisherigen Verlauf der Tourismussaison 2008 als „mittelprächtig“. Nach einem guten Start im Mai/Juni ist in den Monaten Juli und August ein Wetter bedingter Rückgang der Übernachtungszahlen zu erkennen. Das Aufkommen an Tagesgästen hingegen ist als zufrieden stellend anzusehen, was auch auf Besuche von Urlaubern der Ostseebäderregion zurück geht, die es häufig  mangels entsprechendem Badewetters in die Holsteinische Schweiz zog. Sie hofft auf einen Ausgleich in den letzten Monaten dieses Jahres; damit werden wahrscheinlich die Vorjahreszahlen erreicht werden können. Die Quellmärkte des örtlichen Tourismus, nach einer umfangreichen Analyse vorwiegend  Nordrhein – Westfalen und Niedersachsen, haben sich trotz frühem Ferienbeginn, bis Mitte Juni eher zurückhaltend gezeigt. Ab Mitte Juli ist wiederum in diesem Kundensegment ein Anstieg zu verzeichnen. Der Anteil ausländischer Besucher, hauptsächlich aus Skandinavien, ist mit 12 Prozent recht hoch. Frau Backmann erläutert die offerierten Pauschalangebote, die zwar nicht unbedingt hohe Gewinne generieren, aber zur „Grundausstattung“ von Tourismusgebieten heute unerlässlich sind. Eine Erhöhung des Aufmerksamkeitswertes zieht in jedem Fall die Präsenz auf spezifischen Messen nach sich. Die Stadt Plön war hier nahezu Deutschland weit vertreten, wobei die kleineren Veranstaltungen zu einer stärkeren Resonanz führten. Die Anzahl der Medienkontakte (Presse, Fernsehen) konnte in erfreulichem Maße gesteigert werden. Insbesondere im Bereich der Printmedien ist anhand der Kriterien Auflagenhöhe, Reichweite und Qualität der Artikel ein sehr guter Äquivalenzwert zu konstatieren. Das Internet hat sich zur meistgenutzten Informationsquelle für Reiseinteressierte entwickelt, was die Anzahl der Besuche und Seitenzugriffe, die natürlich auch gewissen Schwankungen unterliegen, eindeutig bestätigt. Sodann geht Frau Backmann auf Einzelveranstaltungen ein, die zum Teil sehr erfolgreich angenommen wurden (z. B. „Lagerfeuersingen“). Das Stadtbuchtfest 2008 hingegen fiel buchstäblich ins Wasser. Ergiebige Regenfälle machten einen vorzeitigen Abbruch am Samstag um 15.00 Uhr erforderlich. Zum Stadtbuchtfest wird ein gesonderter Bericht in einer nächsten Sitzung folgen.

Ratsherr Hagen fragt nach dem Volumen der Zuschüsse, die bisher zur Auszahlung gelangen. Auch hierüber wird Frau Backmann, sobald alle Zahlen vorliegen, den Ausschuss informieren.

Nachfolgend widmet sich Frau Backmann den Mitgliedschaften der Stadt Plön in Vereinen und Verbänden mit Zielsetzung Tourismusförderung. Im Rahmen der gepflegten Kooperationen profitiert die Stadt von den gemeinsam getragenen Maßnahmen. Die Inwertsetzung des Schloss- und Stadtgebietes stützt sich bislang auf einen im Frühjahr 2008 herausgegebenen Flyer. Die ergänzende Beschilderung mit Hinweis- und Infotafeln war bisher infolge aufgetretener Materialmängel nicht verwendbar. Nach dem die Anforderungen mit der Herstellerfirma nochmals neu definiert worden sind, ist voraussichtlich Ende November mit einer uneingeschränkten Verfügbarkeit zu rechnen. Das Projekt „Pilotregion Holsteinische Schweiz“, eines von vieren, soll  eine Optimierung der lokalen Strukturen in fremdenverkehrlicher Hinsicht bewirken. Die Holsteinische Schweiz, deren Teilnahme in einem Bewerbungsverfahren entschieden wurde, ist vertreten durch eine 16köpfige Arbeitsgruppe. Diese wird, begleitet von einer Unternehmensberatung, bis zum Jahresende ein entsprechendes Grundsatz- und Handlungsprogramm erarbeiten. Dem Ausbau des Wanderwegenetzes in der Holsteinischen Schweiz wird künftig Priorität eingeräumt, da auf diesem vermehrt nachgefragten touristischen Sektor noch zahlreiche Defizite auszuräumen sind. Letztlich soll das gesamte Naturparkgebiet einbezogen werden. Das landesweite Radwegebeschilderungssystem ist im letzten Jahr auch im Kreis Plön Flächen deckend eingeführt worden. Zusammen mit Eutin und Malente hat die TIGPS 10 Tagesrouten zwischen 12 km und 45 km Länge mit unterschiedlichen Motti ausgearbeitet. Neben dem Kartenmaterial und den Informationsunterlagen sollen ab 2009 auch die Radwegweiser um zusätzliche Routenpiktogramme ergänzt werden. 

 

 

Eine Gästebefragung, die in drei Wellen – Vor-, Haupt- und Nachsaison - in Form von Fragebögen über die Plöner Vermieter durchgeführt wurde, soll Aufschluss über die Zufriedenheit der Urlauber bringen. Da die Erhebung vom Land Schleswig - Holstein unter Beteiligung einer Werbeagentur und des MAKS initiiert worden ist, stehen nach Abschluss der Aktion Vergleichswerte zur Verfügung. Zahlreiche Rückläufe lassen Ergebnisse Ende 2008 erwarten.  

Den Umzug der Tourist – Info von dem Büro in der Lübecker Straße in das ehemalige Bahnhofsgebäude bezeichnet deren Leiterin als bedeutendstes Ereignis in diesem Jahr. Zum Tag der offenen Tür konnten über 1.500 Besucher begrüßt werden. Die allgemeine Frequentierung hat erheblich zugenommen: Die drei Geschäftsbereiche Touristik, Bahnkartenschalter und Bistro verzeichneten in den Monaten Juli und August jeweils rd. 10.000 Kunden, also zwischen 300 und 400 Personen pro Tag. Der Bahnkartenverkauf ist, insbesondere nach dem Umzug,  zu einem äußerst lebhaften Geschäftsfeld der Tourist – Info geworden. Der Unterschuss des Jahres 2007 betrug rd. 6.300 €; für 2008 hingegen ist bis August ein Fehlbedarf von rd. 1.000 € errechnet worden. Bei Zugrundelegung der Jahreskosten und Provisionszahlungen lt. Haushaltsrechnung bzw. -überwachung ist also für 2008 ein Abschluss im Plus gewiss. Nicht kostenpflichtig sind die im Tagesdurchschnitt rd. 20 Auskünfte zum Bahnverkehr. Eine formelle Wirtschaftlichkeitsberechnung liegt, da Erfahrungswerte wegen der unterjährigen Betriebsdauer noch fehlen, nicht vor. Dies gilt auch für den Bistro-/Cafezweig, der bislang beim Publikum leider nur auf verhaltene Akzeptanz trifft. Ein Außer – Haus – Verkauf, die Hinzunahme von Tageszeitungen in das Sortiment, günstigere Preisgestaltung und ein geschmackvoll - gemütlicheres Interieur u. a.  sollen eine bessere Auslastung fördern. Für die mit einer Satzung geregelte Nutzung der Veranstaltungsräumlichkeiten liegen derzeit bereits rd. 15 Anmeldungen von Vereinen u. a. vor.

 

Der Behindertenbeauftragte der Stadt Plön, Herr Konrad Schulz fragt an, wie viele Behinderten gerechte Ferienwohnungen es in Plön und Umgebung gibt. Frau Backmann räumt ein, dass die Anzahl entsprechend klassifizierter Unterkünfte sehr gering ist, ohne eine genaue Zahl zu kennen.

Protokollnotiz: In Plön sind keine als  Behinderten gerecht klassifizierten Unterkünfte

registriert. Rund um den Großen Plöner See gibt es vier Hotels mit zum Teil Behinderten gerechten Zimmern sowie sieben Ferienwohnungen.

Die nächste Frage des Behindertenbeauftragten zielt auf Hilfeleistungen ab, die RollstuhlfahrerInnen bei Aus- und Zustieg von und in Züge/n in Anspruch nehmen können. Frau Backmann sieht darin eine Aufgabe der Bahn. Als Veranlassung für seine Nachfrage benennt Herr Schulz zwei diesbezügliche Fälle, in denen keine Hilfe gefunden werden konnte.

Ratsherr Hagen bittet Frau Backmann, diese Problemstellung mit der Bahn abzuklären.

 

Ratsherr Winter mahnt den Gebrauch der deutschen Sprache im Tourismusbericht 2008 an und bezieht sich auf den Begriff „visits“, der den Besuch einer Internetseite beschreibt.

 

Ratsherr Dr. Höppner regt an, zugunsten einer Radwegevernetzung EU – Mittel (z. B. „Aktiv – Region“, GAK) einzuwerben. Diese könnten beispielsweise für den Bau einer Brücke über die Verengung des Überganges vom Höftsee in den Behler See eingesetzt werden. Somit wäre eine Natur nahe Radwanderstrecke geschaffen, die es ermöglichte, Bundesstraßen begleitende Kombinationswege zu meiden. Unter Umständen könnte eine Förderquote von 100 Prozent in Anspruch genommen werden.

 

Ratsherr Pfau schlägt vor, die Öffnungszeiten des Bistros auszuweiten. Besonders in der kommenden kalten Jahreszeit ist sicherlich ab 7.00 Uhr morgens ein gesteigerter Bedarf vorhanden, der auch dem Umsatz zugute käme.

 

Frau Backmann greift diese Anregung auf und kann sich einen Testmonat vorstellen.

 

Ratsherr Dr. Lorenzen erinnert an seine Idee, einen Radrundweg um den Großen Plöner See anzulegen, der in Abschnitten seeseitig entlang des Bahndammes auf dem Gebiet der Gemeinden Dörnick und Ascheberg herzustellen wäre. Er betont die Notwendigkeit, Radwege klar mit Orts- und Entfernungsangaben zu versehen.

 

Frau Backmann pflichtet dem bei und hebt hervor, dass das vorhandene Basisnetz auch nach diesem Muster vor Ort gekennzeichnet ist.

 

Angelegentlich der Diskussion zur Ausschilderung des Radwegenetzes wendet sich Ratsherr Hagen an den Bauamtsleiter, Herrn Klink, und bittet um Aufgabe des Sachstandes zum Parkleitsystem im Stadtgebiet, das seit Langem angedacht, aber bisher nicht umgesetzt worden ist.

 

Herr Klink verweist auf die notwendige Abstimmung mit dem für die Beschilderung der Bundesstraßen zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Für die Integration des Parkleitsystems sind Weg- und Vorwegweiser zu erneuern. Die zu diesem Zweck benötigten Haushaltsmittel sind bisher nicht bewilligt worden.

 

Bürgermeister Paustian regt eine Kleine Anfrage im Landtag an.

 

Ratsfrau Killig weist aus gegebenem Anlass auf die ärgerlichen Terminüberschneidungen im Veranstaltungskalender hin. Mit den Umlandgemeinden funktionierte die Koordination besser als innerhalb Plöns selbst.

 

Frau Backmann gibt zu bedenken, dass im Jahr mit 365 Tagen über 500 Veranstaltungen gelistet sind. Terminkollisionen lassen sich unter diesen Umständen niemals ganz ausschließen. In die zeitliche Planung war im Fall des im Rittersaal stattgefundenen Jubiläumskonzertes auch die Fielmann – Akademie als Eigentümer der Räumlichkeit einzubinden.

 

Ratsherr Winter ergänzt, dass eine langfristige Abstimmung schon früher nicht funktionierte, da die Betroffenen nicht an einen Tisch zu bekommen waren.

 

Der Vorsitzende gibt Frau Backmann an dieser Stelle die Gelegenheit, aus ihrer Sicht Kritik und Anregungen zu äußern.

 

Frau Backmann bezeichnet die Provision für die Vermittlung von Fremdenzimmern, die die  Stadt Plön in Höhe von 10 Prozent einschließlich Mehrwertsteuer erhebt, als zu niedrig. Selbst in kleinen Gemeinden des Umlandes sind Margen von 12 Prozent verbreitet.

Eine Erhöhung des Marketingbudgets steht neben den bereits angesprochenen Wander- und Radwegebeschilderungen ebenfalls auf ihrer Wunschliste.

 

Einer Bitte Ratsfrau Schwalbes nachkommend, die heute leider nicht anwesend sein kann, gibt Ratsherr Hagen deren Wunsch bekannt, für die MitarbeiterInnen der Tourist – Info einheitliche Dienstbekleidung vorzusehen. Bisher werden lediglich Namensschilder getragen, die Ratsfrau Schwalbe für ein Erkennen nicht als ausreichend empfindet.

 

Frau Backmann sichert zu, sich hinsichtlich einheitlicher Accessoires, wie z. B. Halstücher o. ä.,  zu informieren.

 

Ratsherr Plischka  rät dazu, auch die Meinungen der MitarbeiterInnen der TIGPS in die Lösungsfindung zugunsten eines besseren Erkennungsfaktors einzubeziehen.

 

Ratsherr Winter erklärt, ihm sei zugetragen worden, die MitarbeiterInnen der TIGPS wären „unordentlich“ gekleidet.

 

Der Personalratsvorsitzende, Herr Titze, hält diese Äußerung für nahe an einer Beleidigung, subjektiv und undifferenziert.

 

Ratsherr Dr. Höppner flicht Beispiele aus anderen Fremdenverkehrsorten ein, in denen das Personal der touristischen Anlaufstellen auch keine uniforme Kleidung trägt, so z. B. in Timmendorfer Strand oder auf Sylt. Eine einheitliche Kleidung ist nicht Image bildend, Namensschilder erfüllen den gewünschten Zweck.

 

Ratsherr Pfau unterstreicht die Bedeutung einer Identifikationsmöglichkeit, hierfür wären allerdings Accessoires völlig ausreichend. Eine Kleidervorschrift ist s. E. unangemessen.                                    

 

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Beschluss:

 

Der Hauptausschuss nimmt den Tourismusbericht 2008 zur Kenntnis.

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Anlagen zur Vorlage