Topmeldungen
Aktueller Sachstand zur Sanierung der B 76 Trent bis Plön
Stadt Plön sucht dringend Wohnraum zur Unterbringung von Geflüchteten
Aufgrund personeller Engpässe - Einschränkung der Sprechzeiten im Bürgerbüro
Stadtgrün Häuser Grünbewuchs
Beratungsverlauf:
Ratsherr Buth legt dar, dass der Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung (StEP) in der vergangenen Woche über den Ersatzneubau einer Sporthalle beraten hat. Ergebnis war ein Beschluss über den Standort auf dem Grundstück des jetzigen TSV – Sportheims. Am darauf folgenden Donnerstag hat der Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus (GUT) sich für eine Multifunktionshalle mit 2 Feldern und Tribüne entschieden. Heute soll die finanzielle Seite des Vorhabens besprochen werden.
Bürgermeister Winter geht auf die Vorlage ein, die in vielfältiger Weise die unterschiedlichen Aspekte, wie Wirtschaftlichkeit und die Auswirkungen auf die Bilanz, darstellt.
Ratsherr Jagusch bezeichnet das Thema als den wichtigsten Punkt der heutigen Sitzung. Dies werde auch in der Zusammensetzung des Publikums deutlich, das unter anderem aus Vertreter:innen der Plöner Sportvereine besteht. Es handelt sich um eine weitreichende Entscheidung. Er konstatiert, dass seine Fraktion nicht grundsätzlich gegen eine Sporthalle votieren wird. Im Vergleich zur Verwaltungsvorlage der letzten Ratsversammlung hat sich das Investitionsvolumen von 4,345 Mio. € auf 5,22 Mio. € erhöht. Die jährlichen Bewirtschaftungskosten sind auf rund 100.000 € gestiegen. Man müsse die richtige Reihenfolge einhalten und sich vorab mit den Fakten befassen. Für ihn handele es sich eben nicht um einen Ersatzbau, einmal von der Ausstattung her und zum anderen hinsichtlich der Finanzierung der laufenden Kosten; die alte Halle wurde vom Schulverband Plön Stadt und Land getragen, an dem die Stadt Plön nur zu ca. 50% beteiligt ist; die neue wird rein städtisch sein. Es handelt sich insofern um ein Novum im Kreis Plön, als dass diese Halle exklusiv dem Vereinssport dienen soll. Zuerst hätte eine finanzielle Beteiligung der Umlandgemeinden sichergestellt werden müssen. Er zitiert aus dem Beschluss der Schulverbandsversammlung vom 26. November 2019. Dort waren Gespräche „in Kürze“ angekündigt worden. Diese finden nun morgen statt. Zunächst werde also beschlossen, dass die Stadt Plön eine Halle baut und erst danach wird über die anteilige Finanzierung durch Nachbarkommunen verhandelt. Der Bürgermeister hat in der Vorlage auf weitere dringende Projekte hingewiesen, z. B. auf Neubauten für die Obdachlosen- und Flüchtlingsunterbringung und Straßensanierungen. Dies bereitet ihm eine große finanzielle Sorge. Er befürchtet eine alleinige Kostenträgerschaft der Stadt, die den Haushalt noch mehr belasten wird und bekräftigt seinen Wunsch nach einer Beteiligung des Umlands.
Für Ratsherrn Meußer ergibt sich der Eindruck, dass ein riesiger Geldschatz zu verteilen ist. Dem ist leider nicht so. Der städtische Haushalt ist seit Jahren desolat, und man ist am Rande der Handlungsfähigkeit angelangt. Bei einer Maximalförderung von 3 Mio. € hätte die Stadt über 2 Mio. € selbst zu finanzieren. Angesichts der anderen Projekte, wie z. B. die Schaffung von Wohnraum für Obdachlose und Asylanten, empfindet er 100.000 € Dauerbelastung p. a. zusätzlich als nicht vertretbar. Für ihn entwickelt sich der Haushalt in eine Richtung, wo letztlich die Finanzhoheit der Stadt gefährdet ist. Er wird gegen die Maßnahme stimmen.
Ratsherr Koll wünscht sich eine neue Sporthalle. Er sieht den Bedarf, das Anliegen und die gesellschaftliche Bedeutung der beteiligten Vereine TSV Plön, Plön bewegt, Musikzug und DLRG. Er bedauert eine gegenteilige Entscheidung sehr, gerade auch vor dem Hintergrund, dass der Musikzug Plön seine neuen und mit großem Einsatz und finanziellen Aufwand hergerichteten Räumlichkeiten unter der alten Sporthalle räumen musste. Allein für diesen Verein, er musiziert so stark über Plön hinaus und wirkt wie eine Visitenkarte, wünscht er sich endlich eine neue dauerhafte Bleibe mit entsprechenden Räumlichkeiten.
Aber so ein investitionsintensives Projekt wie das einer neuen Sporthalle bedarf einer ordentlichen, ausführlichen und gründlichen Vorbereitung. Und die vermag er hier nicht zu erkennen und den bisherigen Werdegang auch nicht nachzuvollziehen:
Verbandsvorsteher Winter teilt vor Eintritt in weitere Diskussionen mit, dass ein Schreiben des Amtsvorstehers des Amtes Großer Plöner See, Herrn Fahrenkrog vorliege, dessen Inhalt den Mitgliedern des Hauptausschusses bereits bekannt sei. Aufgrund des fehlenden Bedarfes weiterer Sporthallenkapazitäten für den Schulsport sei von weiteren Beratungen innerhalb der Gremien des Schulverbandes abzusehen.
Bau und Bewirtschaftung von Sporthallen sind teuer. Das ist allgemein bekannt, wenn man allein auf die vorliegenden Investitionskosten blickt. Und auch die laufenden Betriebskosten sind nicht zu unterschätzen!
Aus diesem Grund ist es ihm auch nicht bekannt, dass eine Kommune eine Sporthalle ohne den Einbezug des Schulsportes unterhält. Ohne die Beteiligung des Schulsportes ist so etwas kaum leistbar!
In Anbetracht dessen stellt er den folgenden Antrag:
Die Gemeinschaftsschule am Schiffsthal wird um eine zeitnahe offizielle Stellungnahme, ob des aktuellen und zukünftigen Bedarfs eines Ersatzes ihrer alten Sporthalle, gebeten.
Diese Stellungnahme ist ebenso unter dem Aspekt zu verstehen, wie der Schulsport ohne die in die Jahre gekommene Schiffsthalhalle dasteht. Für den Vereinssport wird diese Alternative als notwendig gesehen.
Eine neue Halle soll lt. Verwaltungsvorlage und dem im GUT ermittelten Bedarf nach den aktuellen Schätzungen fast 5,5 Mio. Euro Kosten.
Im besten Fall erhielte die Stadt eine Maximalförderung von 3 Mio. Euro. Und das ist auch nicht unbedingt gesichert, da das Förderprogramm mehrfach überzeichnet ist und die 90% nicht haltbar sind.
Geht man jedoch von diesen Zahlen aus, verbleibt eine Differenz von ca. 2,5 Mio. Euro!
Er stellt die Frage in den Raum, wer das bezahlen soll. Für ihn die Stadt Plön allein, als Fehlbedarfskommune!
Er hinterfragt die Genehmigungsfähigkeit. Ratsherr Koll kann sich vorstellen, dass die Kommunalaufsichtsbehörde sich damit schwer tun wird. Es fehlen Vorschläge zur Finanzierung. Wie will die Stadt Plön das schaffen? § 7, Abs. 3 der Geschäftsordnung für die Ratsversammlung und deren Ausschüsse besagt, dass Anträge, die bei ihrer Annahme zu zusätzlichen Aufwendungen und Auszahlungen führen oder erwartete Erträge oder Einzahlungen mindern, um als wirksam gestellt zu gelten und behandelt zu werden, einen Deckungsvorschlag enthalten müssen. Er vermisst einen solchen Deckungsvorschlag.
Fragen über Fragen stünden keine Antworten gegenüber. Eine vernünftige Vorbereitung sieht anders aus – auch wenn man ihm hier vorhalten könnte, dass es nur um den Antrag zur Förderung geht. Es ist bekannt, dass es um mehr geht. Zu Recht geht es auch um mehr. Nur ein Mehr bedeutet eben auch ein Mehr an Vorbereitung!
Und auch wenn der Vergleich hinkt, so will er gerne den Vergleich mit einem privaten Haushalt herstellen. Auch hier bereitet man sich lange vor, wenn es um große Anschaffungen, wie z. B. ein Auto, geht. Man wägt ab, man informiert sich, man bespricht das mit der Familie, man sortiert seine Ausgaben, man schaut, was man sich leisten kann. So kennen und machen es, wie er glaubt, alle. In Sachen Sporthalle macht die Stadt das nicht. Man spurtet einfach los und kauft drauf los. Er sieht es als äußerst unwahrscheinlich an, dass bei einem positiven Förderbescheid die Entscheidung nicht zurückgestellt und der Bescheid nicht eingelöst wird, nachdem den Vereinen die generelle Zustimmung ob ihres Bedarfs gegeben und Hoffnung geweckt worden ist.
Er bekräftigt, dass ihm der Bedarf der Vereine bekannt ist, sieht aber auch die finanziellen Risiken, die für ihn in der Vorbereitung bisher unzureichend Beachtung und Beantwortung fanden und wird sich daher heute Abend bei der Abstimmung enthalten.
Hauptausschussvorsitzender Buth äußert sein Verständnis für die Bedenken gegenüber der Finanzierung. Für ihn steht aber fest, dass nie wieder eine Förderquote von 90 % gewährt werden wird. Ein Telefonat mit dem Projektträger Jülich (PTJ) hat bestätigt, dass das Vorhaben der Stadt Plön genau in die Förderkulisse fällt. Die Förderung kann in Ausnahmefällen bis zu 4 Mio. € betragen. Ihm ist bekannt, dass der Titel überzeichnet ist, dennoch wäre es den Versuch wert. Es ist nicht notwendig, dass der Ersatzbau 1 zu 1 mit der Vorgängerin übereinstimmen muss. Es muss lediglich ein räumlicher Zusammenhang bestehen; dieser ist vorliegend gegeben. In der ersten Phase könnte der Antrag vom Umfang her noch heruntergebrochen werden. Bis zum Beginn nächsten Jahres besteht noch die Möglichkeit zu prüfen und gegebenenfalls die Anforderungen zurückzunehmen. Er wird heute für den Antrag stimmen.
Bürgermeister Winter räumt ein, dass der Antrag sehr kurzfristig gestellt worden ist. Letztendlich handelte es sich jedoch nur um eine Bewerbung, über die der Bund Anfang 2021 entscheiden werde. Die Vorlage unterscheide sich von ihrem Gehalt her deshalb nicht von dem Antrag für das Prinzenbad. Er korrigiert die Aussage Ratsherrn Kolls in Bezug auf den Schulverband, dass nicht dieser, sondern das Amt Großer Plöner See bzw. die Umlandgemeinden nach Bekanntwerden der Baufälligkeit der Halle beschlossen haben, diese nicht zu ersetzen. Die bereits für eine Sanierung beantragten Fördermittel konnten zugunsten der Erweiterung der Grundschule Vogelsang in Ascheberg umgeleitet werden. Die Aussage zum Bedarf für den Schulsport wurde von der Schulleiterin, Frau Maschmann, getroffen. Morgen wird ein Gespräch mit Vertretern der Umlandgemeinden mit Ausnahme von Rantzau und Wittmoldt stattfinden. Dem wäre nicht so, wenn kein Interesse bestünde. Er sieht die Vorlage als hinreichend begründend an. Die Anträge werden von der Verwaltung gestellt. Er zieht als Fazit, dass die Sporthalle benötigt wird und unterstützt den Beschlussvorschlag.
Ratsherr Roth wird heute sein Votum für den Bau einer Sporthalle abgeben. Bei Gesamtkosten von rund 5 Mio. € und einer in Ausnahmefällen bis zu 4 Mio. € hohen Spitzenförderung sollte die Chance wahrgenommen werden. Er hat sich die Frage gestellt, welche Aufgabe er als Lokalpolitiker habe. Sicher ist es eine Kernaufgabe, verantwortungsvoll mit den Finanzen umzugehen. Aber Plön hat auch über 2.000 Sportler:innen. Die Vereine haben daher die Kompetenz, politischen Willen zu formulieren. StEP und GUT haben bereits positiv entschieden. Ob die Stadt Plön überhaupt Fördermittel erhält, steht noch nicht fest. Es geht lediglich zunächst darum, den Zugang hierzu zu erhalten. Er gesteht einen gewissen Zeitdruck ein, da der Antrag bis zum 14. November 2020 beim PTJ eingegangen sein muss. Anfang November 2020 wird die Ratsversammlung abschließend darüber beschließen. Sollten sich die Umlandgemeinden nicht an den Kosten beteiligen wollen, steht dem gegenüber, dass ungefähr die Hälfte der Betriebskosten für die alte Halle entfällt. Darüber hinaus gelten heute andere energetische Standards, die geringere Verbrauchswerte erwarten lassen. Etwa 350 Personen aus dem Umland sind Mitglieder in Plöner Sportvereinen. Unter bestimmten Voraussetzungen ließen sich auch Zuschüsse für Energie einsparende Maßnahmen aus EU – Programmen einwerben. Hier sollte die Fachkompetenz der Stadtwerke Plön genutzt werden. Andere Sporthallen in der Stadt sind auch bereits älter. Wie man gesehen hat, kann unter Umständen sehr schnell ein Ersatzbedarf entstehen. Nicht immer stehen Fördergelder zur Verfügung. Für ihn ist die Antragstellung in diesem Sinne auch vorausschauend.
Ratsfrau Meyer bezeichnet sich selbst als Skeptikerin. Für sie bestehen jedoch andere Probleme als die bisher aufgezeigten. Als mehrmalige Prüferin der Jahresabschlüsse ist ihr gut bekannt, wo die Schwachstellen zu finden sind. Dennoch ist Enthaltung für sie keine Meinung, äußert sie sich in Richtung Ratsherrn Kolls. Sie gibt in Anbetracht des Investitionsvolumens zu bedenken, dass jeder Quadratmeter ungefähr 2.000 € kostet und verweist auf Grunderwerbskosten. Wenn heute eine Tür geöffnet wird, muss gemeinsam darüber nachgedacht werden, was und wie etwas gemacht wird. Sie geht davon aus, dass bei einer Antragstellung die Maßnahme auch realisiert werden wird. Auch von der Kostenermittlung her handelte es sich bisher nur um eine Skizze. Sie fragt sich, weshalb der Antrag jetzt gestellt werden soll und weshalb dies nicht verschoben wird.
Bürgermeister Winter hält dem entgegen, dass die benötigten Grundstücksflächen sich teilweise im Eigentum der Stadt Plön bzw. des Schulverbandes Plön Stadt und Land befinden. Angesichts der hohen Förderquote sollten Überlegungen in Bezug auf eventuelle Risiken in den Hintergrund treten.
Ratsherr Dr. Erdtmann sieht das Risiko als geringer an, wenn das Bauvolumen kleiner ist. Das Projekt sollte auf das Notwendige reduziert werden, so dass man mit 2 bis 3 Mio. € auskäme. Er schätzt die Folgekosten für eine Ein – Feld – Halle als geringer ein. Er erinnert an die Sanierung der Schwimmhalle. Die Folgekosten wurden nicht kalkuliert und liegen bei jährlich rund 500.000 €. Die Situation hat sich gegenüber damals aber weiter verschlechtert. Wenn das Projekt auf das Notwendigste beschränkt wird, werden die Anforderungen auch erfüllbar sein. Es sollten keine Wunschvorstellungen umgesetzt werden. Ihm erscheint es so, als würde ein größerer Bedarf dargestellt, als er tatsächlich besteht. Er wird sich für die FWG – Plön – Fraktion enthalten.
TSV – Vereinsvorsitzender Willhöft bedankt sich für das ihm eingeräumte Rederecht. Vieles ist heute gesagt worden. Es ist ihm ungeteilt verständlich, da ihm die prekäre Finanzlage der Stadt durchaus bekannt ist. Wenn die auch bereits 40 Jahre alte Schiffsthalhalle nicht mehr genutzt werden könnte, stünde dort keine mehr zur Verfügung. Diese Problematik würde mit einem Ersatzbau bereits im Vorwege aufgegriffen. Über den Bedarf ließe sich nicht diskutieren. Nach der Schließung der alten Halle waren viele heimatlos und die Aufgabe des Übergangsdomizils Seehof für den Musikzug Plön ist absehbar. Er spricht ebenso für diesen, wie auch für den Verein Plön bewegt. Es ist sein Anliegen, dass nicht gegen die Sport treibenden Plöner:innen votiert wird. Er bittet darum, eine Plattform zu geben, da der TSV Plön über das erforderliche Knowhow verfügt.
Ratsherr Jagusch betont die Relevanz der Trägerschaft. Es mache einen Unterschied, ob diese beim Schulverband oder bei der Stadt alleine liege. Er sieht die Prioritäten des Bürgermeisters als nicht richtig gesetzt an. Wenn der Bürgermeister es zeitlich in 11 Monaten nicht geschafft habe, ein angekündigtes Gespräch mit den Umlandbürgermeistern zu diesem Thema zu führen, stehe dies nicht in Relation zur finanziellen Bedeutung für die Stadt Plön. Er nennt die in der Verwaltungsvorlage aufgeführten weiteren Projekte, wie z. B. Obdachlosenunterbringung und Straßenerneuerung. Er fragt nach den Auswirkungen der Entscheidungsfindung auf diese. Er ruft den Anwesenden die Förderung der Schwimmhallensanierung im Rahmen des Konjunkturpaketes II ins Gedächtnis. Die erwarteten Einsparungen sind nicht eingetreten. Der finanzielle Spielraum würde durch die zusätzlichen Betriebskosten weiter eingeengt. Es herrsche Einigkeit, dass auf die Erhebung von Gebühren für Nutzer aus dem Umland verzichtet werden soll. Im Gegensatz zu Ratsherrn Dr. Erdtmann hält er den Unterschied in den Unterhaltungskosten im Vergleich einer Zwei – Feld – Halle zu einer Ein – Feld – Halle nicht als signifikant an. Er vermutet eine breite Enthaltungsfront. Es sollte darüber nachgedacht werden, was machbar ist und was nicht.
Bürgermeister Winter erachtet die im Zusammenhang mit einer Priorisierung von Maßnahmen gestellten Fragen für berechtigt. Diese waren in seiner Vorlage beispielhaft aufgeführt. Die Bestands – Obdachlosenunterkunft ist stark abgängig und wird neu gebaut werden müssen. In Bezug auf die Flüchtlingsunterkunft erinnert er an den Antrag der CDU – Fraktion, dass bis Ende nächsten Jahres eine Lösung gefunden werden soll. Er hofft allerdings darauf, dass der Markt es besser regelt. Derzeit wird der Wohnungsbau stark gefördert. Es besteht fortlaufend ein Sanierungsbedarf für städtische Straßen. Es wurde von der Ratsversammlung aber z. B. für die Fünf – Seen – Allee und den Behler Weg keine Vorrangigkeit gesehen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Erneuerung der Stettiner Straße. Wenn die Meinung herrscht, dass der Haushalt durch einige Maßnahmen zu sehr belastet wird, so müsste man diese unter Umständen strecken. Der Sporthallenbau wird diese dennoch nicht verhindern. Im Hinblick auf eine Gebührenerhebung für den Erwachsenensport betrachtet er die Diskussion als abgeschlossen.
Ratsherr Schröder grenzt ein, dass heute nur eine Entscheidung darüber gefällt wird, dass ein Antrag gestellt werden soll und nicht darüber, dass auch gebaut wird. Morgen wird der Bürgermeister das Gespräch mit Vertretern der Umlandgemeinden führen. An die Vereine gerichtet, spricht er ihnen seinen Dank für die geleistete Arbeit aus. Es müsse gegebenenfalls tief in die Tasche gegriffen werden. Wenn heute für den Antrag gestimmt wird, dann sollten auch Fördermittel in größtmöglicher Höhe in Anspruch genommen werden. Noch besser wäre eine Beteiligung der Umlandkommunen oder eine Förderung durch den Kreis Plön, was letztlich noch nicht feststeht. Er schlägt eine Deckelung des Eigenanteils der Stadt auf 1 Mio. € vor und empfiehlt der Ratsversammlung, den Antrag zu stellen.
Ratsfrau Killig schätzt die getroffenen Aussagen als Augenwischerei ein. Wenn ein Antrag gestellt wird muss sie auch wissen, was danach geschieht. Wie sieht es z. B. aus, wenn der Antrag bewilligt wird und die Halle dann nicht gebaut werden kann oder die Stadt bei der Förderung leer ausgeht. Sie regt an, nochmals bei den Schulen den aktuellen Bedarf abzufragen und die offene Ganztagsschule dabei miteinzubeziehen. Bestätigt sich ihre Vermutung, sollte der Schulverband als Bauträger auftreten. Niemand wird ernsthaft glauben, dass sich die Umlandgemeinden an den Kosten für eine Einrichtung beteiligen werden, zu der sie keine Verbindung haben.
Bürgermeister Winter legt klar, dass heute nicht über einen Förderantrag entschieden werden soll, sondern über eine Bewerbung für die Teilnahme an einem Auswahlverfahren. Er persönlich mutmaßt, dass die Stunden für den Schulsport in der Schiffsthalhalle ausreichend bemessen sind, ist aber gerne bereit, eine erneute Abfrage durchführen zu lassen.
Ratsherr Jagusch verweist darauf, dass die Beschlussvorlage der Verwaltung zur letzten Ratsversammlung noch vorsah, die Mittel für den Bau der Sporthalle in den Nachtragshaushalt zu stellen und dies für erforderlich einstufte, um sich um die Fördermittel bewerben zu können. Für ihn erscheint es merkwürdig, dass nun seitens der Schule kein Bedarf für eine Sporthalle mehr gesehen wird, obwohl zunächst, vor Feststellung der Baufälligkeit, eine umfangreiche Sanierung geplant war.
Der Bürgermeister, in Personalunion auch Schulverbandsvorsitzender, hält dem entgegen, dass für den Sanitärtrakt eine gesonderte Förderung beantragt worden war. Die unzureichende Statik der Dachkonstruktion wurde anlässlich einer energetischen Untersuchung bemerkt. Die Abwägung für oder wider eine Sanierung fiel aufgrund der hohen Kosten negativ aus. Die Schulsportstunden der alten Halle wurden auf die anderen Hallen verteilt.
Der Vorsitzende korrigiert Ratsherrn Dr. Erdtmanns Aussage in Bezug auf die Bewirtschaftung der Schwimmhalle. Aufgrund des zusätzlichen Anbaus mit Piratenland und Kinderbad ist gegenüber vorher eine größere Fläche zu berücksichtigen. Für die Turn- und Sporthalle kann eine Beteiligung Dritter, wie z. B. Umlandgemeinden und Schulverband, nicht ausgeschlossen werden. Die Kitas haben gar keine Möglichkeit, Hallensport zu treiben. An den Vormittagen sind die Hallen von den Schulen besetzt. Viele Kinder hätten heute motorische Schwierigkeiten; Sport ist von großer Bedeutung für Integration und Inklusion. Dies ist eine ernsthafte Betrachtung wert. Er appelliert an die Mitglieder des Hauptausschusses, zugunsten einer Bewerbung um die Fördermittel zu entscheiden.
Ratsherr Koll bittet darum, eine Ergänzung in den Beschluss mit aufzunehmen: „Dazu wird eine erneute Bedarfsabfrage bei den Schulen erfolgen.“
Bürgermeister Winter wird mit der Bürgervorsteherin die Einladung zur Sitzung der Ratsversammlung am 04. November 2020 veranlassen. Sie kann bereits morgen fristgerecht versandt werden.
Beschluss:
Der Ratsversammlung wird empfohlen zu beschließen, dass eine Bewerbung um die Fördermittel aus dem Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" Projektaufruf 2020 für den Sporthallenersatzneubau gestellt wird. Dazu wird eine erneute Bedarfsabfrage bei den Plöner Schulen erfolgen.
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
87,6 kB
|
|||
|
2
|
(wie Dokument)
|
63,3 kB
|
|||
|
3
|
(wie Dokument)
|
376,9 kB
|
|||
|
4
|
(wie Dokument)
|
42,9 kB
|
|||
|
5
|
(wie Dokument)
|
3 MB
|
|||
|
6
|
(wie Dokument)
|
257,4 kB
|
|||
|
7
|
(wie Dokument)
|
2,3 MB
|
|||
|
8
|
(wie Dokument)
|
161 kB
|
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
242,5 kB
|