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ALLRIS - Vorlage

Verwaltungsvorlage - VO/RV/2020/2040

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Die Stadt Plön versucht seit längerem ein Car-Sharing-System in Plön zu etablieren. Gemeinsam mit der Kiel Region und Vertretern von Statt-Auto wurden verschiedene Szenarien erarbeitet.

 

Um in einer Stadt in der Größe von Plön ein Car-Sharing-System anbieten zu können, ist es erforderlich, mit sogenannten Ankerkunden eine Grundfinanzierung der Fahrzeuge sicherzustellen.

 

Es wurden mehrere Gespräche mit den Institutionen in Plön geführt. Ergebnis war, dass sich neben der Stadt Plön auch das Jobcenter, das Amtsgericht, der Kreis Plön und die Förde Sparkasse eine Beteiligung vorstellen können.

 

Für die Finanzierung eines Fahrzeuges sind 700 Euro/Monat für die Laufzeit von drei Jahren zu garantieren. Jede private Nutzung verringert die Garantiesumme des Ankerpartners.

Die Stadtverwaltung wirbt für die Beteiligung an drei Fahrzeugen. Die Garantiekosten belaufen sich dann auf 25.200 Euro im Jahr. Für die Finanzierung ist vorgesehen, dass die Mitarbeiter:innen für Dienstfahrten nicht mehr ihr privates Fahrzeug zur Verfügung stellen, sondern dann die Dienstfahrten mit den Statt-Autos durchzuführen..

 

Im Jahr werden rd. 30.000 Kilometer an Fahrkosten durch die Mitarbeiter:innen abgerechnet. Das entspricht einer Fahrkostenerstattung in Höhe von 9.000 Euro im Jahr.

Die Stadt stellt für die betroffenen Mitarbeiter:innen einen kostenfreien Stellplatz hinter dem Rathausgebäude zur Verfügung. Wenn zukünftig die Dienstfahrten mit den Statt-Autos durchgeführt werden, können von den 16 vorhandenen Stellplätzen mindestens 12 Stellplätze vermietet werden. Ein Monatsticket in der Schlossgarage kostet 65 Euro/Monat. Somit könnte für die besagten 12 Stellplätze hinter dem Rathaus eine jährliche Mieteinnahme von 9.360 Euro erzielt werden. Somit ist eine Unterdeckung in Höhe von höchstens 6.840 Euro aus dem städtischen Haushalt aufzubringen.

 

Mit der Einrichtung eines Car-Sharing-Systems leistet die Stadt Plön einen Beitrag zur Reduzierung von Fahrzeugen in der Stadt. In der Vorbereitung des zu erstellenden Klimaschutzkonzeptes sind Maßnahmen wie ein Bike- und  Car-Sharing-System vorgesehen.

 

Warum sollte sich eine Stadt wie Plön um ein Car-Sharing-System bemühen?

 

  • Der Umwelt zuliebe


Einer der wichtigsten Gründe fürs Carsharing ist und bleibt natürlich die Umweltfreundlichkeit: Wer Carsharing nutzt, überlegt sich öfter, ob er kleine Wege nicht auch mal zu Fuß zurücklegt. In der Folge sinkt das Verkehrsaufkommen und die Natur atmet auf – und wir auch! Dank weniger Abgasen in der Luft.
Studien zeigen, dass flexibles Carsharing die Zahl der Autos in Städten verringert. Ältere Fahrzeuge werden durch neue, emissionsärmere Modelle ersetzt – oder sogar durch Elektroautos.

         Carsharing spart die Anschaffungskosten

Zu den kostspieligsten Faktoren eines Autos im Privatbesitz gehören die Anschaffungskosten. Nicht selten sind schon für einen neuen Kompaktwagen an die 20.000 Euro zu zahlen. Solche Kosten fallen beim Carsharing nicht an, denn die Autos sind im Besitz des Anbieters. Teilnehmer müssen nur für die Fahrzeugnutzung sowie einen geringen Mitgliedsbeitrag zahlen.
 

         Carsharing lastet Autos optimal aus

Ein Auto im eigenen Besitz wird in den meisten Fällen äußerst ineffizient genutzt. Im Durchschnitt ist das Fahrzeug an 23 Stunden am Tag ein «Stehzeug», das nicht gebraucht wird, seinem Besitzer aber trotzdem hohe Fixkosten verursacht. Das ist beim Carsharing anders- gut ausgelastete Autos sind ständig unterwegs.
 

         Carsharing spart Fixkosten

Zu den beim Privatauto zu schulternden Fixkosten gehören die Kfz-Steuern, die Aufwendungen für Versicherung, Wartung und Reparaturen sowie der Wertverlust. Die je nach Fahrzeug zwischen 150 bis 500 Euro Fixkosten pro Monat muss der Besitzer allein aufbringen. Beim Carsharing werden die Fixkosten dagegen gleichmäßig auf die Schultern aller Nutzer verteilt. Daher fallen sie für den einzelnen entsprechend gering aus. Sie sind bereits in die Nutzungsgebühr eingerechnet.
 

         Carsharing erspart Stress mit TÜV oder Reparaturen

Um Inspektions- und Reparaturtermine in der Werkstatt muss sich kein Carsharing-Teilnehmer kümmern. Solche für die meisten Autofahrer lästigen Dinge erledigt der Anbieter.
Teilnehmer müssen sich auch nicht um ein Ersatzfahrzeug bemühen: Ist ein Pool-Auto in der Werkstatt und kann nicht ausgeliehen werden, nehmen sie einfach ein anderes.
 

         Carsharing hat eine flexibles Angebot

Beim Privatauto sind Besitzer nach dem Kauf festgelegt. Sie fahren immer dasselbe Auto, bis sie es wieder verkaufen.
Teilnehmer beim Carsharing sind dagegen flexibel und können frei aus der Fahrzeugpalette des Anbieters auswählen: etwa am Montag einen Kleinwagen, am Mittwoch für den Einkauf im Baumarkt einen Transporter und für den Ausflug am Wochenende einen Roadster. (Dies wäre für Plön aber Zukunftsmusik. Erst wenn das System etabliert ist, kann über unterschiedliche Fahrzeugtypen nachgedacht werden.)
 

         Carsharing-Fahrzeuge sind meist auf dem neuesten Stand

Da die Pool-Fahrzeuge intensiv genutzt werden, wird ein Carsharing-Anbieter seinen Fuhrpark ständig erneuern. Das führt dazu, dass die Flotte in der Regel auf dem neuesten Stand der Technik ist.

  

 

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Beschlussvorschlag

Der Hauptausschuss stimmt der Beteiligung am Car-Sharing-System des Anbieters Statt-Auto mit drei Fahrzeugen zu.

Zur Finanzierung sollen die Parkplätze hinter dem Rathaus vermietet werden und die Mitarbeiter:innen auf die dienstliche Nutzung ihrer Privatfahrzeuge verzichten.

Die höchstens entstehende Unterdeckung von rd. 7.000 Euro/Jahr sind im Haushalt zu berücksichtigen.

 

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