Die Mitgliederversammlung des Naturparkvereins Holsteinische Schweiz hat in 2018 beschlossen, das Naturpark-Haus im Plöner Uhrenhaus aufzugeben, Eigentümerin des Uhrenhauses ist die Marius-Böger-Stiftung. Vorausgegangen waren Unstimmigkeiten zwischen Eigentümerin und Mieterin. Es wurde mehrheitlich beschlossen, ein neues Naturpark-Haus in Eutin zu errichten. In den letzten Jahren wurden zwei Standort (Festspielscheune, Feddersenhof) ausgiebig geprüft, letztlich scheiterten die Planungen an beiden Standorten.
Für die Neuerrichtung des Naturpark-Hauses hat das Land (Umweltministerium) rd. 500.000 € Fördermittel zur Verfügung gestellt (90%ige Förderquote, Gesamtprojektbudget 555.556 €, Eigenanteil Naturpark 55.556 €)). Für die bisherigen Ausstellungsplanungen, Abstimmungen, rechtliche Beratungsleistungen etc. hat der Naturpark-Verein bereits rd. 90.000 € verausgabt, davon 81.000 € Fördermittel und 9.000 € Eigenmittel.
Nachdem nun Ende 2022 erneut die Ansiedlung eines Naturpark-Hauses in Eutin gescheitert ist, hat der Vorstand sich darauf verständigt, dauerhaft auf ein zentrales Naturpark-Haus mit Ausstellung und personeller Betreuung zu verzichten und stattdessen die dezentrale Umweltarbeit auszubauen. Im Zuge dessen wurde die Geschäftsstelle beauftragt, sich beim Fördermittelgeber dafür einzusetzen, dass die Naturpark-Haus-Fördermittel für die Schaffung dezentraler Naturparkentdeckerorte eingesetzt werden könnten.
Die Geschäftsführung des Naturparkvereins und die Lenkungsgruppe (bestehend aus jeweils einem Vertreter der drei Kreise) hatten am 20.06.2023 einen Termin im Umweltministerium. Im Ergebnis ist eine Umverteilung der Fördermittel auf mehrere Standorte möglich, erforderlich ist eine neue Antragsstellung bis 30.09.2023 sowie eine Umsetzung bis Ende 2024. Zudem müssen Elemente der bestehenden Ausstellungsplanung übernommen werden. Die Lenkungsgruppe verständigte sind auf jeweils einen Standort pro Kreis – Kreis Segeberg: Seedorfer Seehaus (einziger Indoor-Standort, inhaltlicher Schwerpunkt: mediale Inszenierung, Seeadler) Kreis Ostholstein: Arboretum in Malente (inhaltlicher Schwerpunkt: Bäume, Wälder, Knicks) , Kreis Plön: Badestelle in Rathjensdorf / Tramm (inhaltlicher Schwerpunkt: Wasser – Gewässer und Auen). Die mit der Herrichtung dieser ausgewählten Standorte verbundenen Kosten für Herrichtung und Unterhaltung übernimmt der Naturparkverein.
Mit der Zusendung der Vorlagen für die nächste Vorstandssitzung des Naturpark-Vereins am 28.08.2023 wurde die Stadt Plön von diesem Sachstand in Kenntnis gesetzt.
Es gab bzgl. der Auswahl der Standorte keine Kontaktaufnahme / Beteiligung der Stadt Plön. Untersuchenswert wäre aus Sicht der Stadt Plön z.B. die Ölmühle an der Fegetasche gewesen. Für diesen Standort gab es nach dem Wegzug des Naturpark-Hauses gemeinsame Planungen der Stadt Plön, des Kreises Plön und des Naturpark-Vereins. Diese Planungen sahen zwar eine von allen Partnern gemeinsam finanzierte Errichtung des Standortes vor, allerdings sollte die Stadt Plön als Maßnahmenträgern alle Kosten des Betriebs und der Unterhaltung übernehmen. Die mögliche Umsetzung wurde laut Beschluss des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus vom Sommer 2021 zunächst für zwei Jahre ausgesetzt, um die weiteren Planungen am geplanten Naturpark-Haus in Eutin abzuwarten. Bzgl. der Lage, der Erreichbarkeit, der technischen Erschließung, dem Umfeld etc. wäre dieser Standort aus Sicht der Stadt Plön sehr geeignet als Naturparkentdeckerort.
Auf der Vorstandssitzung wurden seitens der Stadt Plön die mangelnde Kommunikation und der intransparente Projektverlauf deutlich kritisiert. Der Prozess der Entscheidungsfindung für den Standort im Kreis Plön konnte nicht befriedigend erklärt werden. Im Beschluss wurde dann eine mögliche Erweiterung der drei Naturerlebnisstandorte auf weitere, u.a. die Plöner Ölmühle, mit aufgenommen. Das war aber aus Sicht der Stadt Plön zu wenig, daher hat sie sich bei der Abstimmung enthalten.
Der Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus wurde am 07.09.2023 im Rahmen des Berichtswesens zu dem Sachverhalt informiert. Auf Wunsch der Ausschussmitglieder erfolgt eine Beratung als eigener Tagesordnungspunkt im Hauptausschuss.